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Okt 13

Eines der Probleme bei Vorwürfen ist oft, dass wir nicht zu unseren eigenen Eigenschaften stehen. Die heute mal nicht ganz so günstig ausgewählte Krawatte oder die zwei Pfund mehr auf den Rippen sind uns bewusst. Wenn sich jetzt jemand genau diese Eigenschaft aussucht, um uns anzugreifen, sind wir verletzt. Denn eigentlich wollten wir schon längst mal uns beraten lassen wegen der Kleidungsauswahl (Krawatte) oder zu Sport gehen, um die Pfunde los zu werden.

Wie sieht es bei Ihnen aus? Gibt es da auch so ein Thema? Was passiert wenn Sie angegriffen werden? Die meisten drucksen herum:

“Na, Bärbel, mal wieder ein bisschen zugelegt im Urlaub?”

“Tja, äh, nunja, das Essen war so lecker am Buffet, da konnte ich so schlecht Nein sagen…”

Wenn Sie sich so verhalten, sehen Sie schlecht aus. Der Angreifer weiß, er hat voll ins Schwarze getroffen. Die Speerspitze steckt Ihnen im Fleisch und schmerzt.

Warum eigentlich? Was bringt Sie dazu den Vorwurf so weit an sich heran zu lassen? Außer negativen Gefühlen haben Sie nichts davon. Drehen Sie Ihr Verhalten doch mal herum. Statt den Inhalt des Vorwurf als etwas Verwerfliches zu akzeptieren, stehen Sie voll zu Ihren Eigenschaften. Sie können (zumindest unmittelbar) ja doch nichts daran ändern. Zeigen Sie Selbstbewusstsein und akzeptieren Sie an sich selbst auch die Eigenschaften, die Ihnen andere als negativ unterstellen.

Dafür gibt es verschiedene Strategien:

1. Voll akzeptieren:

“Deine Krawatte passt nicht zum Hemd.”

“Ja, genau. Ist das nicht herrlich?”

2. In das Gegenteil übertreiben:

“Du hast ganz schön zugenommen.”

“Eigentlich wollte ich die 100 kg-Marke knacken, aber es ist mir einfach nicht gelungen.”

3. Selbstironie:

“‘Sie sind schon ganz schön alt.”

“Tatsächlich bin ich 104. Aber ich sage immer 67, das erhöht meine Chancen bei jungen Frauen.”

Ich wünsche viel Spaß beim Ausprobieren.

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Jul 8

schlagfertig Foto: Dorothea Jacobs@pixelio.deIm Artikel Komplimente-Technik 1 habe ich beschrieben, wie man die positive Erwartung für die eigenen Schlagfertigkeit nutzen kann. Hier kommen wir zu einer weiteren Technik, die ebenfalls mit Komplimenten arbeitet.

Mit dieser Technik nehmt Ihr unmittelbar dem Angreifer den Wind aus den Segeln seines Angriffs. Und das ganz ohne Konfrontation. Diese Technik ist für das Gegenüber fast unwiderstehlich. Ihr gebt Eurem Angreifer den Status eines Mentors, eines großen Vorbilds. Ihr sprecht an, dass Ihr ihn sehr schätzt und fragt ihn um Rat oder bittet um einen Tipp.

Hier ein Beispiel für diese Technik:

Sie haben einen merkwürdigen Arbeitsstil.
Ihr Arbeitsstil ist vorbildlich. Können Sie mir einen Tipp geben, wie ich meinen verbessern kann?

Merkt Ihr, wie verführerisch diese Technik ist? Nehmen wir an, jemand ist wütend auf Euch. Er greift Euch an. Der übliche Gesprächsverlauf wäre jetzt ein Hin und Her darüber, was schlecht gelaufen ist und ob der Vorwurf zutrifft oder nicht. In diesem Fall hingegen redet Ihr sofort von Eurem Gesprächspartner, bestätigen ihn in seiner Kompetenz und drücken sogar Eure Bewunderung aus. Dem kann kaum jemand widerstehen.

Ihr verlagert den Fokus und nehmt dem Angreifer die negativen Gefühle. Er wird Euch als Bewunderer sehen und Euch  weniger angreifen. (Wer mich mag, den mag ich auch viel lieber.) Im zweiten Schritt bittet Ihr ihn auch noch darum, in die Rolle eines Mentors zu treten und Euch zu helfen. Die meisten Menschen werden darauf eingehen.

»Legen Sie sich mal ins Zeug. Hier müssen Sie mehr bringen!«
»Von Ihnen kann ich noch viel lernen. Was genau empfehlen Sie mir?«

»Sie sind unorganisiert.«
»Sie sind vorbildlich in Ihrer Organisation. Wie machen Sie das?«

Das ist höchst geschickt. In diesem Moment werdet Ihr nicht mehr darüber reden, was alles schiefgegangen ist, sondern darüber, wie man etwas besser machen kann. Ihr nehmt dem Gespräch die negativen Gefühle, bringt Euch selbst aus der Opferrolle, und fordert den Angreifer auf, Euch konstruktiv zu unterstützen.

Ihr geht bei dieser Technik in zwei Schritten vor:

1. Bestätigt dem Gegenüber, dass er ein Vorbild in der kritisierten Eigenschaft ist.
2. Fragt Euer Gegenüber um Rat oder Hilfe.

Ihr könnt damit wunderbar einen aufgebrachten Menschen auf den Boden der sachlichen Auseinandersetzung zurückbringen.

Hier ein Standardsatz für diese Technik:

»Ich bewundere, wie Sie das können. Wie machen Sie das?«

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Jul 5

Die Technik des geschickten Uminterpretierens ist eine sehr starke Strategie im Fundus der Schlagfertigkeitstechniken.

Eine bemerkenswerte Uminterpretation fand ich über das Blog Coffee and TV. Hier ist es die Bildbeschreibung eines Fotos von der Love-Parade in der Rubrik “einestages” von Spiegel.de. Es ist halt immer eine Frage der Sichtweise, wie Foto (hier die wichtigen Details)  und Bildbescheibung zeigen:

screenshopt-spiegelde1

Topp-Stimmung: Eine mit einem Bikini-Top bekleidete
Love-Parade-Teilnehmerin (2. v. li.) blickt von einem
Partywagen herab.

Vielen Dank für die Beobachtung an Coffee and TV.

Nach originellen Bildunterschriften sucht auch Markus Wolf Manuel Wolff regelmäßig bei www.uiuiuiuiuiuiui.de. Wer seine verbalen Fähigkeiten trainieren will, findet hier eine Spielwiese.

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Gero Teufert, Rhetorik-Trainer

 

Jun 25

Sage es durch die BlumeIn den allermeisten Fällen denken wir als zum Thema Schlagfertigkeit als erstes an Auseinandersetzungen. Da wird verbal um sich geschlagen. Wäre es nicht schön, eine Technik parat zu haben, mit der Ihr unmittelbar die Spannung aus der Gesprächssituation nehmen könnt, den Angreifer beruhigt und Euch selbst eine bessere Ausgangsposition verschafft? Mit der folgenden Technik könnt Ihr das sehr geschickt erreichen. Sie hat noch einen weiteren Nebeneffekt: Diese Technik kostet weit weniger Überwindung als die meisten anderen Schlagfertigkeits-Techniken.

Zunächst noch ein Erlebnis aus meinem Leben:

Sommer 2007. Ich sitze in Luzern in einem Bierlokal und blättere durch die Speisekarte. Die Kellnerin ist offensichtlich sehr gestresst. Gehetzt kommt sie an meinen Tisch und fragt nach meinen Wünschen. Während ich meinen Spießbraten mit Bratkartoffeln genieße, beobachte ich sie eine Weile. Sie macht ihren Job gut, aber der Stress ist ihr ins Gesicht geschrieben. Die Mundwinkel sind verzerrt, die Mimik angespannt. Als sie das nächste Mal an meinen Tisch kommt, sage ich: “Ich hätte da noch einen besonderen Wunsch, weiß aber nicht, ob Sie das auch auf der Karte haben. Vielleicht können Sie ja mal in der Küche fragen. - Ich wünsche mir ein Lächeln von Ihnen.”

Sie schaut mich an, stutzt, legt die Stirn in Falten - und auf einmal, das erste Mal an diesem Abend, geht ein Lachen über das ganze Gesicht. Es war geradezu grandios, wie ausgewechselt diese Frau anschließend war. Das Lächeln behielt sie für den Rest des Abends bei und es übertrug sich sogar auf die anderen Gäste, die sie bediente.

Ihr fragt Euch, was das mit Schlagfertigkeit zu tun hat? Eine ganze Menge! Die Begebenheit zeigt nämlich, wie weit eine kleine Bemerkung reichen kann, wenn Euer Gesprächspartner Euch als positiv empfindet. Ich hätte die Kellnerin genauso gut anraunzen können, sie solle doch mal etwas freundlicher gucken. Hätte das irgendetwas gebracht? Wohl kaum. Dadurch, dass ich es als Wunsch formuliert habe, und ihr gleichzeitig ein Kompliment gemacht habe (ein Lächeln wünscht man sich schließlich nicht von jedem X-Beliebigen), hat es die Einstellung der Kellnerin für den gesamten Abend verändert.

Mein Tipp: Nutzt die Macht der positiven Emotionen. Sie tragen sehr weit.

Dieses Wissen könnt Ihr zu Eurem Vorteil nutzen. Wenn Euch jemand angreift, der verärgert über Euch ist, versucht Ihr bewusst, positive Gefühle auszulösen. So bringt Ihr Euch sehr schnell und elegant aus der Notlage heraus.

Mein Tipp: Nutzt Komplimente, um eine gute Gesprächsatmosphäre zu schaffen.

Komplimente sind ein äußerst elegantes und Versöhnung stiftendes Mittel, schlagfertig zu reagieren. Wollt Ihr wissen, wie Ihr Komplimente für Euch nutzen könnt? Die erste Variante der Komplimente-Techniken beschreibe ich heute, eine weitere folgt dann die nächsten Tage.

Komplimente Technik 1:

Die positive Erwartung

Ihr Vorschlag war ein Reinfall!
–> Von Ihnen hätte ich eine konstruktivere Kritik erwartet, Herr Peters.

Mit dieser Technik drückt Ihr Eure positive Erwartung an den Angreifer aus. Ihr nehmt dem Angreifer den Wind aus den Segeln, indem Ihr ihm schildert, dass Ihr mit einer anderen Art von Äußerung gerechnet hättet.

Das war ja völlig daneben.
–> Bei Ihrer Erfahrung hätte ich mit ein sachlicheres Urteil erwartet, Herr Plümmel.

Je genauer Ihr dabei das positive Selbstbild Ihres Gegenübers trefft, desto wirkungsvoller ist das Kompliment. Deshalb rate ich dazu, möglichst Dinge zu suchen, die im idealen Selbstbild des Gegenübers vorkommen. Am besten nehmen Ihr Euch mal ein paar Kollegen vor und spielt das gedanklich durch.

Universalsätze:

  • Das haben Sie bestimmt nicht so gemeint, wie es geklungen hat.
  • Bei Ihrer hätte ich mit einem differenzierten Urteil gerchnet, Herr/Frau … .
  • Von Ihnen hätte ich eine konstruktivere Kritik erwartet, Herr/Frau … .

Schlüsseleigenschaften für Komplimente

Wenn Ihr die Schlüsseleigenschaften kennt, die die meisten Menschen für sich in Anspruch nehmen, könnt Ihr diese gezielt über Komplimente ansprechen.

Die meisten Menschen halten sich für/würden gern sein:

  • klug
  • konstruktiv
  • begabt
  • erfahren
  • kompetent
  • produktiv
  • gut aussehend/hübsch
  • jemand mit gutem Geschmack
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Gero Teufert, Rhetorik-Trainer

 

Jun 24
Kieler Schlagfertigkeit
icon1 Gero Teufert | icon2 Schlagfertigkeit | icon4 06 24th, 2009| icon32 Comments »

Auf dem LaLeLu-Konzert auf der Kieler Woche:
Bevor das Konzert beginnt, gehe ich noch einmal raus, um ein Getränk zu kaufen. Im Vorbeigehen sage ich Security-Menschen scherzhaft: “Ist zu langweilig, ich gehe wieder.” Er zückt seine Geldbörse und kontert trocken: “Geld zurück?” :-)

So lieb ich meine Norddeutschen, wortkarg und trotzdem hintergründig. Es ist herrlich mal wieder im Norden zu sein! Ubrigens: Tolles Konzert, super Stimmung, Kiel ausgelassen - was will man mehr?

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Jun 22
Beschimpfomat Bohlen
icon1 Gero Teufert | icon2 Sprüche | icon4 06 22nd, 2009| icon3No Comments »

Die Welt Online hat jetzt Dieter Bohlens Sprüche in ein Web-Applikation gegossen. Wer noch ein paar markig polemische Sprüche benötigt, wird hier mit Sicherheit fündig. Für den Schulhof oder die frivol krachende Stammtisch-Runde eignen sich diese Sprüche auch als universelle Konter auf verletzende Angriffe.

Wie wäre es denn mit folgenden Kontern auf Angriffe unter der Gürtellinie:

  • Das war super. Super schlecht.
  • Du bist wie meine Luftmatratze. Wenn das Ventil aufgeht kommt nur heiße Luft.
  • Nimm einfach Deine Stimme und geh!

Jeder sucht sich sein Niveau. Mit den Folgen muss man dann natürlich auch leben können.

Hier geht es direkt zum Beschimpfomat von Welt Online.

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Jun 15

“Sie bekommen doch Provision, oder? Ein blöder Fehler.
Blöd! In diesem Laden kaufe ich nichts!”

Mit diesen Worten servierte Julia Roberts 1989 in “Pretty Woman” eine versnobte Verkäuferin ab, die sie zuvor aus dem Laden geworfen hatte. Die englischen Kinofans stimmten jetzt ab und kürten diesen Konter zu ihrer liebsten Filmszene aller Zeiten.

Meg Ryans in “Harry und Sally” im Restaurant vorgespielter Orgasmus landete auf Platz zwei. Was ja beweist das in Punkto Schlagfertigkeit nicht unbedingt Sex das Thema Nummer eins sein muss.  :-)

Artikel bei Kino.de

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Jun 10
Schlagfertig im Anzug
icon1 Gero Teufert | icon2 Allgemeines | icon4 06 10th, 2009| icon31 Comment »

Improvistationstheater-Kollege und Moderator Ralf Schmitt moderierte neulich eine Führungskräftetagung eines großen deutschen Automobilkonzerns. Einer der Vorstände hatte es drauf angelegt, seine Schlagfertigkeit zu testen. Dieser Vorstand war nicht nur selbstbewusst, sondern auch recht korpulent.

Als Ralf mit einem Show-Outfit, einem Anzug mit rosa Streifen, auftrat, rief dieser Vorstand: “Herr Schmitt, gibt es Ihren Anzug auch für Männer?”

Ralf konterte: “Ja, allerdings nicht in Ihrer Größe.” 

Schallendes Gelächter der Führungskräfte.

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Mai 21

blasshuhn1Eigentlich war gestern eine Bootsfahrt über die Potsdamer Havel geplant. Als wir allerdings am Boot ankamen, hatte sich auf der Badeplattform ein Blässhuhn eingenistet. Es brütete auf sieben Eiern. Eine Fahrt hätte mit Sicherheit dafür gesorgt, die brütenden Tiere zu vertreiben und das Gelege zu zerstören. Keiner von uns brachte es übers Herz das zu riskieren. So verbrachten wir einen Tag an Bord des munter am Steg vor sich hindümpelnden Schiffes und wurden um einige Erkenntnisse reicher: 

1. Blässhühner wechseln sich beim Brüten ab.

2. Die Füße der Tiere sind an Land immens groß, im Wasser fällt das gar nich auf.

3. Es gibt ein gutes Gefühl etwas zum Naturschutz beigetragen haben zu können.

Als zum Schluss dann noch die Schwester meiner Freundin sagte: “Das Blässhuhn guckt so verwegen. Das brütet bestimmt was aus!” war der Tag doch gerettet.

P.S. Falls jemand Tipps hat, wie man ein Blässhuhn samt Nest und Gelege artgerecht von einer Badeplattform bekommt, sind wir dafür dankbar.

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Mai 18
Schlagfertigkeit für Dummies
icon1 Gero Teufert | icon2 Allgemeines | icon4 05 18th, 2009| icon3No Comments »

 

Schlagfertigkeit für Dummies

Ich habe die Arbeiten an meinem Schlagfertigkeitsbuch abschließen können. In der bekannten „Für Dummies“-Reihe wird es unter dem Titel „Schlagfertigkeit für Dummies Pocket“ ab September 2009 erhältlich sein.

Wolltet Ihr schon immer mal in die Geheimnisse der Schlagfertigkeit eingeweiht werden? In „Schlagfertigkeit für Dummies“ zeige ich, wie Ihr auf Attacken witzig, wortgewandt und rhetorisch überlegen reagiert und selbst dann noch gelassen antwortet, wenn der Gesprächspartner unter die Gürtellinie zielt. Dieses Buch ist gespickt mit bewährten Strategien, vielen Beispielen und den besten Techniken, die Euch schlagfertiger machen.  

Ein kompaktes Werk, gefüllt mit cleveren Tipps zum schlagfertigen Agieren in Beruf und Alltag. Ihr könnt schon jetzt Eure Exemplare bei Amazon vorbestellen. Noch besser: Ihr holt Euch Euer Exemplar direkt beim Autor während eines Seminarbesuches ab. Denn wer für Schlagfertigkeit den Turbo einschalten will, der kommt direkt ins Seminar „Sicher und schlagfertig argumentieren“.

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Mai 16

Gudio Westerwelle in einem Interview der Kölner Rundschau:

“Wenn man wie ich mit drei Brüdern bei einem allein erziehenden Vater groß geworden ist, hat man drei Dinge gelernt, die das Leben erleichtern: Laut zu reden, schlagfertig zu sein und schnell zu essen.”

Wer keine drei Brüder hat, darf gern zum Schlagfertigkeits-Training kommen. Weitere Informationen hier.

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Apr 30
Trägst Du Trauer?
icon1 Gero Teufert | icon2 Allgemeines | icon4 04 30th, 2009| icon3No Comments »

Ein Seminarteilnehmer griff eine überwiegend in Schwarz gekleidete Teilnehmerin an:

Er: "Ganz in Schwarz? Trägst Du Trauer"
Sie: "Ja klar, ich habe mein Mitleid für Dich zu Grabe getragen."

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Apr 27

In der letzten DSDS-Sendung kam dieser Spruch von Dieter Bohlen. Universell einsetzbar, für alle Vorwüfe über das Alter:

“Lieber Fünfundfünfzig als 08/15!”

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Apr 22

Die befreundeten Kollegen Sven und Daniel stehen vor dem Kaffeeautomat. Das betagte Modell ist mal wieder ausgefallen.

Daniel grantelt: “In dieser Firma wird aber auch gar nichts ersetzt, was alt ist und nicht mehr richtig funktioniert.”

Sven kontert: “Das ist wohl auch der Grund, warum Dir noch nicht gekündigt wurde.”

Beide lachen herzhaft.

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Apr 20

49469_r_by_jimby_pixeliodeMänner, deren Haare sich langsam lichten, müssen sich häufig so etwas anhören wie:

“Bei Dir kommt das Knie langsam raus.”

Zuerst mal “milde” Konter-Vorschläge:

Gewöhn Dich dran.

Ich mache halt Gehirn-Jogging, da kann es schon mal sein, dass ein Bein rausguckt.

Lieber ein kahler Gipfel des Glücks als ein Tal haariger Sorgen.

Wer etwas mehr Heimzahl-Effekt haben will, kann folgendes verwenden:

ICH entwickle mich halt noch weiter.

Besser eine Lichtung auf dem Kopf als ein Verstand im Dunkeln (so wie bei Dir).

Besser das Knie obendrauf als nur Flausen darin (wie bei Dir).

Die ganz sachliche Zurückweisung zuzüglich “Eins auswischen”:

Wir wollen doch jetzt nicht über Äußerlichkeiten diskutieren. Niemand weiß besser als Du, wie peinlich das werden kann.

Noch etwas deutlicher sind diese Konter:

Wo es bei mir lichter wird, sind bei Dir die Lichter längst aus.

So etwas bekommt man nur, wenn man sich intellektuell weiterentwickelt. Übrigens: herzlichen Glückwunsch zu Deiner üppigen Haarpracht.

Besser eine Frisur mit Knie als ein Gesicht wie ein ….

Was Ihr hier ergänzt, ist halt eine Frage des Stils, außer des bösen Worts mit A lassen sich andere Vergleiche finden:

Besser eine Frisur mit Knie als ein Gesicht wie Du.

Besser eine Frisur mit Knie als ein Gesicht wie Karl Dall.

Besser eine Frisur mit Knie als ein Gesicht wie Kalli Calmunds Hinterteil.

 

 

 

Kennt Ihr noch eine gute Antwort? Dann einfach als Kommentar ergänzen.

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Apr 15

Mit der “Lieber als”-Technik lassen sich Vorwürfe sehr elegant abwehren, die feindseelig auf persönliche Eigenschaften abzielen.

“Du bist naiv.”
–> “Lieber naiv als verbohrter Technokrat!”

Damit Ihr die Technik anwenden könnt, wählt Ihr zu dem Vorwurf einfach das extreme Gegenteil. Ihr beantwortet also die Frage “Wie ist jemand, der diese Eigenschaft gar nicht hat?” Dieses Gegenteil muss so weit im Extremen liegen, dass es schon unangenehm ist, so einem Zeitgenossen zu begegnen.

Der Konter lautet dann “Lieber [der Vorwurf] als [das extreme Gegenteil].” 

Diese Technik hat den Vorteil, dass der eigentliche Vorwurf unwidersprochen bleibt. Es gibt also gar keine Diskussion darum, ob der Vorwurf zutrifft oder nicht, Ihr sagt lediglich: “Schau mal, ganz ohne diese Eigenschaft wäre es auch nicht gut.”

“Du bist so emotional.”
–> “Lieber emotional als völlig gefühllos!”

“Brillenschlange.”
–> “Lieber eine Brillenschlange als gar kein Durchblick!”

Wenn Ihr es dem Angreifer heimzahlen wollt, dann könnt Ihr in dieser Technik einfach ein “…so wie Du.” an den Konter anhängen. Aber Achtung! Diese Art der Antwort ist sehr konfrontativ.

“Brillenschlange.”
–> “Lieber eine Brillenschlange als gar kein Durchblick, so wie Du!”

“Du hast ja kein Gefühl.”
–> “Besser kein Gefühl als so naiv wie Du!” 


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Apr 9

(c) Harry Hautumm/PIXELIOEs ist manchmal schon merkwürdig, wofür Menschen meinen, eine schlagfertige Antwort zu benötigen. In einemXING-Forum fand ich diese Anfrage von einer Trainer-Kollegin:
 

Sie sitzen mit einem Kollegen in einem Kundenmeeting. Leider schwappt Ihnen Ihr Mineralwasser auf den Tisch. Dieser sagt hierzu: “Es ist doch in jedem Meeting das gleiche: immer diese Unachtsamkeit!”

-> Wie weisen Sie den Kollegen in seine Schranken?

-> Was wäre hier ihre schlagfertige Antwort?

Bitte macht Euch eins klar: Es gibt Situationen, für die braucht es keine schlagfertige Antwort, für die braucht es eine Lösung. Hier ist also ein Missgeschick passiert, dumm genug. Die einzig richtige Reaktion wäre also zu sagen: “Sorry. Ich besorge schnell einen Lappen.” Schlamassel aufwischen und weiter im Thema. 

Der “nette Kollege” bewegt sich in Taktlosigkeit, na bitte. Aber was sollte es bringen, hier eine schlagfertige Antwort zu platzieren? So etwas wie: “Ich habe das Wasser verschüttet, das Sie mir nicht reichen können.”? Auf keinen Fall. Egal, was Ihr Euch da einfallen lasst, Ihr wirkt streitsüchtig und zickig. Schlimmer noch: Vor Augen des Kunden werden interne Zwistigkeiten nach außen getragen. Das schadet dem Ansehen des gesamten Unternehmens.

Je länger über das Missgeschick diskutiert oder gar gestritten wird, desto mehr Zeit und Energie wird auf falsche Themen verwandt. Nach dem Meeting könntet Ihr den Kollegen unter vier Augen freundlich darauf hinweisen, dass seine Bemerkung nicht hilfreich war, das ist aber schon alles.

Mein Tipp: Keine Schlagfertigkeit um jeden Preis. Kümmert Euch um die Lösung von Problemen und darum, schnell wieder auf Sachthemen und die wichtigen Ziele zurück zu kommen.

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Apr 5

Kritik, die als Vorwurf oder Schlag unter die Gürtellinie daher kommt ist im Ursprung nichts weiter als eine Information. Es ungemein, sich selbst dort ein Stoppschild zu setzen und zu sagen

A) Warum bin ich eigentlich betroffen/emotional berührt/ wütend/enttäuscht?
B) Was sagt mir das über MICH?
C) Wie will ich darauf reagieren (wenn überhaupt)?

Unsere erste Reaktion in diesen Fällen ist meistens eher kontraproduktiv. Wir projizieren unsere eigene Enttäuschung oder Wut auf den anderen und werden stinkig. Die Ursache für unsere Gefühle liegt bei uns selbst, unseren Glaubenssätzen und unseren Wertesystem. Die Botschaft ist also an uns gerichtet und das Einhalten der Schlüssel zu neuen Erkenntnissen.

Mein Tipp: Fragt Euch in jeder Situation, in der Ihr gern schlagfertig sein möchtet: Was sagt mir dieses Gefühl über mich?

Wenn jemand behauptet “Du bist aber dick geworden.” und Ihr seid verletzt, dann deshalb, weil Ihr den Vorwurf anerkennt. Der Angriff triff Euch nicht wenn:

  • Ihr Euch selbst schlank fühlt.
  • Ihr Euch innerlich sicher seid, dass Ihr attraktiv seid.
  • Ihr wisst, dass Ihr etwas mehr Gewicht habt, aber das für Euch vollkommen in Ordnung ist.

Die Erkenntnis, dass der Vorwurf Euch berührt, könnt Ihr daher dazu nutzen, zu überlegen, ob Ihr etwas ändern wollt. Auch dafür gibt es mehrere Möglichkeiten:

  1. Ihr könnt daran arbeiten, die Schwäche zu beseitigen.
    Hier: Sport treiben+ gesünder ernähren=Abnehmen
  2. Ihr könnt Eure Einstellung dazu ändern.
    Ist es wirklich so schlimm etwas Übergewicht zu haben?
  3. Ihr könnt Euch in eine Umgebung begeben, wo dieser Punkt keine Rolle spielt.
    Sucht Euch Freunde, die Euch nicht nach dem Gewicht beurteilen.

So könnnt  Ihr aus einem Vorwurf neue Erkenntnisse über Euch selbst ziehen und Euer Sellbstwertgefühl sogar noch stärken.

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Apr 4

Schöne Anekdote bei gesichtet.net:

Der misstrauische Chef will in den Urlaub fahren. Nachdem er alle Mitarbeiter mit Aufgaben versorgt hat

…verließ er die Räumlichkeiten und rief in Richtung unserer Büros ein kurzes “So, ich bin dann weg!”

Wie aus einem Munde ertönte es dann aus mehreren Büros einstimmig: “Schönen Urlaub!”, worauf Herr Chef nur leicht süffisant erwiderte: “Danke, wünsch ich Ihnen auch”

;-)

Der Chef drückt hier nicht nur gute Wünsche aus, sondern auch, dass er sich seines eigenen Kontrolldrangs über seine Mitarbeiter bewusst ist. Zwischen den Zeilen schwingt mit: Ich weiß, ich bin nicht perfekt und vermutlich übertreibe ich die Kontrolle etwas. 

Der ironische Umgang mit den eigenen Marotten ist eine ganz wichtige Eigenschaft schlagfertiger Menschen. Er beweist Selbstreflektion und innere Größe.

Es zeigt, dass Ihr Euch selbst nicht so ernst nehmt, Euch Eurer Schwächen bewusst seid und damit umgehen könnt. 

Daher Chefs und Führungskräfte:

Wünscht Euren Mitarbeitern gute Erholung - wenn Ihr selbst in Urlaub fahrt!

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Apr 3

Bei “Wer wird Millionär”:

Kandidatin:
“Ich nehme den Telefonjoker und rufe meine Freundin Beate an. Herr Jauch, die ist ein ganz großer Fan von Ihnen, die guckt jede Sendung.”

Jauch: “Ja, das ist doch normal, oder?”

Begeistertes Lachen im Publikum.

Jauch bedient sich hier eine Schlagfertigkeitstechnik, die ich “Der große Zampano” nenne.
Natürlich glaubt er nicht ernsthaft, dass es normal wäre, dass jeder Zuschauer alle Sendungen sieht. Genau darin liegt der Witz dieser Technik. Der Hintergrund ist ganz einfach.

Ihr gebt Euch selbst die Einstellung “Ich bin der Größte, Beste, Schönste. Alles was ich tue ist perfekt.”

Ich weiß, dass an dieser Stelle wieder einige denken “Das geht doch nicht. Ich bin doch nicht Günther Jauch. Der kann sich das leisten aber ich nicht.” Doch, genau das könnt Ihr. Ihr nehmt die Haltung des größten Großmauls ein und übertreibt dabei so weit, dass jeder versteht, dass die Antwort nicht ernst gemeint ist.

“Schön dass Du kommst, wir reden gerade über die größten Leistungsträger unserer Firma.”
–> “Können wir nicht mal über etwas anderes reden, als immer nur über mich?”

“Du solltest an Deiner Ausstrahlung arbeiten.”
–> “Noch mehr Ausstrahlung und ihr seid alle geblendet.”

“Hast Du Dir nie überlegt, was Gott mit Dir plant?”
–> “Frag lieber, was ich mit Gott plane!”

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Mär 18

Ehrlich gesagt, halte ich die etablierte Dienstleistungs-Mentalität in manchen Frankfurter Restaurants für die schlechteste in Deutschland. Da gehört es dazu, dass Gäste, die in einer traditionellen Äppelwoi-Stube unwissend ein Bier zu bestellen, über Stunden vom Wirt ignoriert werden. Die eingeborenen Frankfurter finden das dann lustig. In solchen Fällen bin ich bekennender Zugezogener.

Sehr schlagfertig hingegen fand ich folgende Begebenheit in einem Frankfurter Cafe:

Gast: “Ich hätte noch irgendwas kleines Süßes…”


Kellner (weist zur Theke): “Wie wär’s denn mit unserer Bedienung?”

:-)

Anmerkung: Ich fand die auch süß….

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Mär 6

Viele Menschen glauben bei der Schlagfertigkeit ginge es primär darum, ein Rededuell zu “gewinnen”. Geht es Euch auch so? Da setze man einen Schlag und der Gesprächspartner ist fertig, so steckt es ja schon in dem Wort Schlagfertigkeit, oder nicht?

Ihr ahnt es schon: Ich bin anderer Ansicht. Bei der Schlagfertigkeit geht es nicht darum, einen anderen auf Gedeih und Verderb fertig zu machen. Selbst wenn ihr gewinnt, wie fühlt sich dann der Verlierer? Wird er nicht jede Gelegenheit nutzen, es Euch zurück zu zahlen und selbst einen Sieg davon zu tragen. Techniken mit denen Ihr wie mit einer Keule alles kurz und klein schlagen könnt, die so genannte “Kampfrhetorik” gibt es zu genüge. Aber genau darum soll es in diesem Blog nicht gehen. Wäre es nicht viel mehr wünschenswert, aus einer spannungsgeladenen Situation heraus zu kommen und zurück zur Sachebene zu finden?

Genau das könnt Ihr mit Schlagfertigkeit erreichen. Die Techniken, die ich nach und nach in diesem Blog weitergebe, helfen Euch eine Situation, die zu entgleisen droht, wieder einzufangen. Sie können auch dafür sorgen ruhig und souverän zu reagieren, wenn jemand mal wieder unter die Gürtellinie zielt.

Viel zu häufig finden wir uns in einer Situation, in der uns ein anderer einen Vorwurf macht, der aus irgendwelchen Gründen sitzt. Da stehen wir dann und sind sprachlos und wissen nichts mehr zu sagen. Ist es Euch auch schon mal so gegangen? Eine der wichtigsten Eigenschaften von Schlagfertigkeit ist Euch Raum zu geben, um überhaupt in angemessener Form zu reagieren.

Ihr zeigt geistige Beweglichkeit, Originalität, Kreativität, Durchsetzungskraft und den geschickten Umgang mit Worten (Eloquenz darf ich ja nicht mehr sagen). Ihr beweist Souveränität wenn Ihr sie benötigt. Ihr könnt clever argumentieren, auch bei kritischen Fragen. Und ihr überwindet die Sprachlosigkeit. Das ist die verbale Schlagkraft, die Euch vermitteln möchte.

Noch etwas: Häufig sind es die Gefühle, welchen den Unterschied machen. Wer schlagfertig ist, fühlt sich einfach besser und damit wächst Schritt für Schritt das Selbstwertgefühl. Menschen mit einem höheren Selbstwertgefühl reagiesen nicht nur besser sondern sind insgesamt erfolgreicher mit dem was sie tun. Falls Ihr mir nicht glaubt, probiert die Techniken aus.

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Mär 3

Nur wenige Fußball-Schiedsrichter bringen es in Deutschland zu Berühmtheit. Wolf-Dieter Ahlenfelder ist einer von ihnen und wird sogar als Kult-Schiri bezeichnet. In der Saison 1983/84 bekam er die “Goldene Pfeife” als bester Schiedsrichter Deutschlands. Legendär geworden sind “Ahlis” Sprüche, zum Beispiel wenn ein Spieler zu lang auf dem Boden liegen blieb: “Junge, steh auf, die Rasenheizung ist nicht an.”. Ein besonderes Highlight war Ahlfelders Dialog mit Paul Breitner, der damals für Bayern-München spielte. Als Breitner mit den Entscheidungen nicht einverstanden war, fuhr er den Schiedsrichter an:
“Ahlenfelder, Du pfeifst wie ein Arsch.”
Ahlenfelder: “Paul, Du spielst ja auch wie ein Arsch.”

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Feb 26

Da mache ich mich eben noch über SAP-Kollegen lustig und bekomme kurz danach einen Anruf meines Lektors. Nach erster Durchsicht des Erst-Entwurfs meines Schlagfertigkeits-Buchs weist er mich darauf hin, dass das Wort “eloquent” nicht allgemein verständlich sei. So kommt alles zurück ;-)

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Hier kommt ein Hinweis mit schlagfertigem Nutzen für Sie:

Werden Sie schlagfertig und erfolgreicher

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Gero Teufert, Rhetorik-Trainer

 

Feb 25

Da sage noch mal einer es ginge bei der Schlagfertigkeit darum, einen anderen schlecht aussehen zu lassen. So charmant kann Schlagfertigkeit sein:

Hillary Clinton begegnete während ihres Staatsbesuchs in China dem Außenpolitiker Dai Bingguo vom Staatsrat. Er begrüßte Clinton mit dem Kompliment “Sie sehen ja noch jünger und schöner aus als im Fernsehen”. Sie stutzte kurz und entgegnete: “Nun, wir werden uns sehr gut verstehen.!”

Gefunden bei Die Presse, Wien.

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Hier kommt ein Hinweis mit schlagfertigem Nutzen für Sie:

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Gero Teufert, Rhetorik-Trainer

 

Feb 20

Während sich fast alle derzeit auf den neuen amerikanischen Präsidenten konzentrieren, liefert die Süddeutsche noch einen Nachruf auf die größten Patzer des Vorgängers George W. Bush.

Als der amerikanische Präsident George Bush im Jahr 2005 nach Deutschland kam, waren die Verhältnisse der beiden Länder leicht gespannt. Er begegnete Außenminister Joschka Fischer, den er seit 2001 persönlich kannte und es trug sich folgender Dialog zu:
Bush:  »Hello, what’s your name?«
Fisher kontert: »My name is Mr. Fischer, what’s your name?«
Bush irritiert: »Bush. I’m Mr. Bush.«

Hinter diesem cleveren Konter Fischers auf die Despektierlichkeit von George Bush steckt eine gekonnte Anwendung einer Schlagfertigkeits-Technik, mit der Ihr höchst geistesgegenwärtig wirkt. Mit ein wenig Training ist sie leicht zu beherrschen. Aber vorher noch ein Beispiel:

Kollegin Silke war mit 22 Jahren als junge Unternehmensberaterin das erste Mal beim Kunden. Der Projektleiter des Kunden fragte:
“Sind Sie nicht zu unerfahren, um diese Aufgabe zu übernehmen?”
Silke konterte: “Sind Sie nicht zu erfahren, um solche Fragen zu stellen?”
(Die beiden verstanden sich anschließend übrigens prächtig.)

Die angewandte Technik ist die Technik der Imitation. Jeder Improvisationstheater-Spieler benutzt diese Technik als Standard, um schnell interessante Figuren zu einer Szene zu improvisieren. Dabei werden Körperhaltung und Gestus eines anderen Spielers kopiert. Für die Schlagfertigkeit brauchen wir allerdings nicht so weit zu gehen. Es reicht völlig, den Redestil und Satzbau des Gegenübers einigermaßen nachzuahmen. Bei Fischer und Bush war es die Frage “What’s your name?”. Joschka Fischer hatte es leicht, schon die identische Wiederholung zeigte seinem Gegenüber, dass er die zur Schau gestellte Geringschätzung des amerikanischen Präsidenten nicht auf sich sitzen lies.

Der Clou dabei ist, dass Ihr den Angreifer mit den eigenen Waffen schlagt. Ihr könnt ihm meist dabei noch eine Eigenschaft unterstellen, dafür ersetzt Ihr  die Eigenschaft, die Euch im Angriff untergeschoben wird. Im Falle von Silke war es das Attribut “zu unerfahren”, das sie sehr elegant mit “zu erfahren” beantwortet hat. Im Grunde heißt der Satz übersetzt: “Das war aber jetzt eine blöde Frage.”, was als Aussage natürlich verletzend gewesen wäre und eventuell die Kommunikation weitreichend gestört hätte. Durch die schmeichlerische Unterstellung “Sie sind zu erfahren…” und den imitierten Satzbau wirkt das ganze versöhnlich. Wenn Ihr diese Technik verwendet, sagt Ihr dem Gegenüber damit: Wir sind auf einer Wellenlänge, Deine Sätze sind so schön, ich benutze die gleichen.

Mein Tipp:
Imitiert  bei Angriffen den Satzbau des Gegenübers. Dreht dabei auf Euch gerichtete negative Attribute in das positive Gegenteil. So zielt Ihr mit einem Kompliment auf Euren Gesprächspartner.

Im Rahmen der umgewandelten Attribute könnt Ihr auch negative Eigenschaften einsetzen. Allerdings sollte hier abgewogen werden, was die Situation und der Gesprächspartner vertragen.

Auch hier ein Beispiel:

»Ihre Bluse gewährt ja tiefe Einblicke.«
»Ihre Sprüche gewähren tiefe Einblicke in die Leere Ihres Hirns.«

Hier hängt es sehr von der Situation ab. In der Disko oder an der Bar wäre der Konter akzeptabel, im Business-Alltag sicher nicht. Imitationen mit negativen Unterstellungen solltet Ihr sorgfältig abwägen und der Situation gerecht verwenden.

Die Unterstellungen positiver Eigenschaften wirken meist sehr viel besser und sind weit weniger konfrontativ. Deshalb rate ich dazu, möglichst Dinge zu suchen, die im idealen Selbstbild des Gegenübers vorkommen.
Die meisten Menschen halten sich für (oder würden gern sein):

  • Klug,
  • konstruktiv,
  • begabt,
  • erfahren,
  • gut aussehend/hübsch,
  • produktiv.

Nutzt solche Eigenschaften und unterstellt diese Ihrem Gegenüber. Denkt daran, dass Ihr möglichst schnell wieder zu einer sachlichen Diskussion zurück kehren wollt.

»Sie haben einen merkwürdigen Arbeitsstil.«
»Sie haben eine merkwürdige Art, konstruktive Kritik zu äußern.«

Mit dieser Replik wird dem Angreifer unterstellt, dass er eigentlich einen konstruktiven Beitrag leisten wollte. Euer Gegenüber wird dem kaum widersprechen wollen.

Und jetzt noch ein Klassiker unter den schlagfertigen Repliken nach diesem Muster:

Winston Churchill bekam von Lady Astor entgegen geschmettert:
“Wenn Sie mein Mann wären, würde ich Ihnen Gift geben!”.
Churchill konterte:
“Wenn Sie meine Frau wären, würde ich es nehmen!”

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