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Okt 13

Eines der Probleme bei Vorwürfen ist oft, dass wir nicht zu unseren eigenen Eigenschaften stehen. Die heute mal nicht ganz so günstig ausgewählte Krawatte oder die zwei Pfund mehr auf den Rippen sind uns bewusst. Wenn sich jetzt jemand genau diese Eigenschaft aussucht, um uns anzugreifen, sind wir verletzt. Denn eigentlich wollten wir schon längst mal uns beraten lassen wegen der Kleidungsauswahl (Krawatte) oder zu Sport gehen, um die Pfunde los zu werden.

Wie sieht es bei Ihnen aus? Gibt es da auch so ein Thema? Was passiert wenn Sie angegriffen werden? Die meisten drucksen herum:

“Na, Bärbel, mal wieder ein bisschen zugelegt im Urlaub?”

“Tja, äh, nunja, das Essen war so lecker am Buffet, da konnte ich so schlecht Nein sagen…”

Wenn Sie sich so verhalten, sehen Sie schlecht aus. Der Angreifer weiß, er hat voll ins Schwarze getroffen. Die Speerspitze steckt Ihnen im Fleisch und schmerzt.

Warum eigentlich? Was bringt Sie dazu den Vorwurf so weit an sich heran zu lassen? Außer negativen Gefühlen haben Sie nichts davon. Drehen Sie Ihr Verhalten doch mal herum. Statt den Inhalt des Vorwurf als etwas Verwerfliches zu akzeptieren, stehen Sie voll zu Ihren Eigenschaften. Sie können (zumindest unmittelbar) ja doch nichts daran ändern. Zeigen Sie Selbstbewusstsein und akzeptieren Sie an sich selbst auch die Eigenschaften, die Ihnen andere als negativ unterstellen.

Dafür gibt es verschiedene Strategien:

1. Voll akzeptieren:

“Deine Krawatte passt nicht zum Hemd.”

“Ja, genau. Ist das nicht herrlich?”

2. In das Gegenteil übertreiben:

“Du hast ganz schön zugenommen.”

“Eigentlich wollte ich die 100 kg-Marke knacken, aber es ist mir einfach nicht gelungen.”

3. Selbstironie:

“‘Sie sind schon ganz schön alt.”

“Tatsächlich bin ich 104. Aber ich sage immer 67, das erhöht meine Chancen bei jungen Frauen.”

Ich wünsche viel Spaß beim Ausprobieren.

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Jul 8

schlagfertig Foto: Dorothea Jacobs@pixelio.deIm Artikel Komplimente-Technik 1 habe ich beschrieben, wie man die positive Erwartung für die eigenen Schlagfertigkeit nutzen kann. Hier kommen wir zu einer weiteren Technik, die ebenfalls mit Komplimenten arbeitet.

Mit dieser Technik nehmt Ihr unmittelbar dem Angreifer den Wind aus den Segeln seines Angriffs. Und das ganz ohne Konfrontation. Diese Technik ist für das Gegenüber fast unwiderstehlich. Ihr gebt Eurem Angreifer den Status eines Mentors, eines großen Vorbilds. Ihr sprecht an, dass Ihr ihn sehr schätzt und fragt ihn um Rat oder bittet um einen Tipp.

Hier ein Beispiel für diese Technik:

Sie haben einen merkwürdigen Arbeitsstil.
Ihr Arbeitsstil ist vorbildlich. Können Sie mir einen Tipp geben, wie ich meinen verbessern kann?

Merkt Ihr, wie verführerisch diese Technik ist? Nehmen wir an, jemand ist wütend auf Euch. Er greift Euch an. Der übliche Gesprächsverlauf wäre jetzt ein Hin und Her darüber, was schlecht gelaufen ist und ob der Vorwurf zutrifft oder nicht. In diesem Fall hingegen redet Ihr sofort von Eurem Gesprächspartner, bestätigen ihn in seiner Kompetenz und drücken sogar Eure Bewunderung aus. Dem kann kaum jemand widerstehen.

Ihr verlagert den Fokus und nehmt dem Angreifer die negativen Gefühle. Er wird Euch als Bewunderer sehen und Euch  weniger angreifen. (Wer mich mag, den mag ich auch viel lieber.) Im zweiten Schritt bittet Ihr ihn auch noch darum, in die Rolle eines Mentors zu treten und Euch zu helfen. Die meisten Menschen werden darauf eingehen.

»Legen Sie sich mal ins Zeug. Hier müssen Sie mehr bringen!«
»Von Ihnen kann ich noch viel lernen. Was genau empfehlen Sie mir?«

»Sie sind unorganisiert.«
»Sie sind vorbildlich in Ihrer Organisation. Wie machen Sie das?«

Das ist höchst geschickt. In diesem Moment werdet Ihr nicht mehr darüber reden, was alles schiefgegangen ist, sondern darüber, wie man etwas besser machen kann. Ihr nehmt dem Gespräch die negativen Gefühle, bringt Euch selbst aus der Opferrolle, und fordert den Angreifer auf, Euch konstruktiv zu unterstützen.

Ihr geht bei dieser Technik in zwei Schritten vor:

1. Bestätigt dem Gegenüber, dass er ein Vorbild in der kritisierten Eigenschaft ist.
2. Fragt Euer Gegenüber um Rat oder Hilfe.

Ihr könnt damit wunderbar einen aufgebrachten Menschen auf den Boden der sachlichen Auseinandersetzung zurückbringen.

Hier ein Standardsatz für diese Technik:

»Ich bewundere, wie Sie das können. Wie machen Sie das?«

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Jun 25

Sage es durch die BlumeIn den allermeisten Fällen denken wir als zum Thema Schlagfertigkeit als erstes an Auseinandersetzungen. Da wird verbal um sich geschlagen. Wäre es nicht schön, eine Technik parat zu haben, mit der Ihr unmittelbar die Spannung aus der Gesprächssituation nehmen könnt, den Angreifer beruhigt und Euch selbst eine bessere Ausgangsposition verschafft? Mit der folgenden Technik könnt Ihr das sehr geschickt erreichen. Sie hat noch einen weiteren Nebeneffekt: Diese Technik kostet weit weniger Überwindung als die meisten anderen Schlagfertigkeits-Techniken.

Zunächst noch ein Erlebnis aus meinem Leben:

Sommer 2007. Ich sitze in Luzern in einem Bierlokal und blättere durch die Speisekarte. Die Kellnerin ist offensichtlich sehr gestresst. Gehetzt kommt sie an meinen Tisch und fragt nach meinen Wünschen. Während ich meinen Spießbraten mit Bratkartoffeln genieße, beobachte ich sie eine Weile. Sie macht ihren Job gut, aber der Stress ist ihr ins Gesicht geschrieben. Die Mundwinkel sind verzerrt, die Mimik angespannt. Als sie das nächste Mal an meinen Tisch kommt, sage ich: “Ich hätte da noch einen besonderen Wunsch, weiß aber nicht, ob Sie das auch auf der Karte haben. Vielleicht können Sie ja mal in der Küche fragen. - Ich wünsche mir ein Lächeln von Ihnen.”

Sie schaut mich an, stutzt, legt die Stirn in Falten - und auf einmal, das erste Mal an diesem Abend, geht ein Lachen über das ganze Gesicht. Es war geradezu grandios, wie ausgewechselt diese Frau anschließend war. Das Lächeln behielt sie für den Rest des Abends bei und es übertrug sich sogar auf die anderen Gäste, die sie bediente.

Ihr fragt Euch, was das mit Schlagfertigkeit zu tun hat? Eine ganze Menge! Die Begebenheit zeigt nämlich, wie weit eine kleine Bemerkung reichen kann, wenn Euer Gesprächspartner Euch als positiv empfindet. Ich hätte die Kellnerin genauso gut anraunzen können, sie solle doch mal etwas freundlicher gucken. Hätte das irgendetwas gebracht? Wohl kaum. Dadurch, dass ich es als Wunsch formuliert habe, und ihr gleichzeitig ein Kompliment gemacht habe (ein Lächeln wünscht man sich schließlich nicht von jedem X-Beliebigen), hat es die Einstellung der Kellnerin für den gesamten Abend verändert.

Mein Tipp: Nutzt die Macht der positiven Emotionen. Sie tragen sehr weit.

Dieses Wissen könnt Ihr zu Eurem Vorteil nutzen. Wenn Euch jemand angreift, der verärgert über Euch ist, versucht Ihr bewusst, positive Gefühle auszulösen. So bringt Ihr Euch sehr schnell und elegant aus der Notlage heraus.

Mein Tipp: Nutzt Komplimente, um eine gute Gesprächsatmosphäre zu schaffen.

Komplimente sind ein äußerst elegantes und Versöhnung stiftendes Mittel, schlagfertig zu reagieren. Wollt Ihr wissen, wie Ihr Komplimente für Euch nutzen könnt? Die erste Variante der Komplimente-Techniken beschreibe ich heute, eine weitere folgt dann die nächsten Tage.

Komplimente Technik 1:

Die positive Erwartung

Ihr Vorschlag war ein Reinfall!
–> Von Ihnen hätte ich eine konstruktivere Kritik erwartet, Herr Peters.

Mit dieser Technik drückt Ihr Eure positive Erwartung an den Angreifer aus. Ihr nehmt dem Angreifer den Wind aus den Segeln, indem Ihr ihm schildert, dass Ihr mit einer anderen Art von Äußerung gerechnet hättet.

Das war ja völlig daneben.
–> Bei Ihrer Erfahrung hätte ich mit ein sachlicheres Urteil erwartet, Herr Plümmel.

Je genauer Ihr dabei das positive Selbstbild Ihres Gegenübers trefft, desto wirkungsvoller ist das Kompliment. Deshalb rate ich dazu, möglichst Dinge zu suchen, die im idealen Selbstbild des Gegenübers vorkommen. Am besten nehmen Ihr Euch mal ein paar Kollegen vor und spielt das gedanklich durch.

Universalsätze:

  • Das haben Sie bestimmt nicht so gemeint, wie es geklungen hat.
  • Bei Ihrer hätte ich mit einem differenzierten Urteil gerchnet, Herr/Frau … .
  • Von Ihnen hätte ich eine konstruktivere Kritik erwartet, Herr/Frau … .

Schlüsseleigenschaften für Komplimente

Wenn Ihr die Schlüsseleigenschaften kennt, die die meisten Menschen für sich in Anspruch nehmen, könnt Ihr diese gezielt über Komplimente ansprechen.

Die meisten Menschen halten sich für/würden gern sein:

  • klug
  • konstruktiv
  • begabt
  • erfahren
  • kompetent
  • produktiv
  • gut aussehend/hübsch
  • jemand mit gutem Geschmack
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Apr 15

Mit der “Lieber als”-Technik lassen sich Vorwürfe sehr elegant abwehren, die feindseelig auf persönliche Eigenschaften abzielen.

“Du bist naiv.”
–> “Lieber naiv als verbohrter Technokrat!”

Damit Ihr die Technik anwenden könnt, wählt Ihr zu dem Vorwurf einfach das extreme Gegenteil. Ihr beantwortet also die Frage “Wie ist jemand, der diese Eigenschaft gar nicht hat?” Dieses Gegenteil muss so weit im Extremen liegen, dass es schon unangenehm ist, so einem Zeitgenossen zu begegnen.

Der Konter lautet dann “Lieber [der Vorwurf] als [das extreme Gegenteil].” 

Diese Technik hat den Vorteil, dass der eigentliche Vorwurf unwidersprochen bleibt. Es gibt also gar keine Diskussion darum, ob der Vorwurf zutrifft oder nicht, Ihr sagt lediglich: “Schau mal, ganz ohne diese Eigenschaft wäre es auch nicht gut.”

“Du bist so emotional.”
–> “Lieber emotional als völlig gefühllos!”

“Brillenschlange.”
–> “Lieber eine Brillenschlange als gar kein Durchblick!”

Wenn Ihr es dem Angreifer heimzahlen wollt, dann könnt Ihr in dieser Technik einfach ein “…so wie Du.” an den Konter anhängen. Aber Achtung! Diese Art der Antwort ist sehr konfrontativ.

“Brillenschlange.”
–> “Lieber eine Brillenschlange als gar kein Durchblick, so wie Du!”

“Du hast ja kein Gefühl.”
–> “Besser kein Gefühl als so naiv wie Du!” 


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Hier kommt ein Hinweis mit schlagfertigem Nutzen für Sie:

Spannender Präsentieren! Rhetorik als Infotainment

Möchten Sie so reden, dass Ihnen die Zuhörer an den Lippen kleben? In diesem Seminar lernen Sie jedes noch so trockene Thema so zu verpacken, dass das Publikum mit offenem Mund zuhört. Top-Redner benutzen heute rhetorische Techniken, die sie von den allgegenwärtigen Präsentationen abheben. Im Medienzeitalter braucht es Faszination in Reden und Präsentationen.

Nächster Seminar-Termin: 12. - 13.03.2010 in Frankfurt/Main
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Gero Teufert, Rhetorik-Trainer

 

Apr 9

(c) Harry Hautumm/PIXELIOEs ist manchmal schon merkwürdig, wofür Menschen meinen, eine schlagfertige Antwort zu benötigen. In einemXING-Forum fand ich diese Anfrage von einer Trainer-Kollegin:
 

Sie sitzen mit einem Kollegen in einem Kundenmeeting. Leider schwappt Ihnen Ihr Mineralwasser auf den Tisch. Dieser sagt hierzu: “Es ist doch in jedem Meeting das gleiche: immer diese Unachtsamkeit!”

-> Wie weisen Sie den Kollegen in seine Schranken?

-> Was wäre hier ihre schlagfertige Antwort?

Bitte macht Euch eins klar: Es gibt Situationen, für die braucht es keine schlagfertige Antwort, für die braucht es eine Lösung. Hier ist also ein Missgeschick passiert, dumm genug. Die einzig richtige Reaktion wäre also zu sagen: “Sorry. Ich besorge schnell einen Lappen.” Schlamassel aufwischen und weiter im Thema. 

Der “nette Kollege” bewegt sich in Taktlosigkeit, na bitte. Aber was sollte es bringen, hier eine schlagfertige Antwort zu platzieren? So etwas wie: “Ich habe das Wasser verschüttet, das Sie mir nicht reichen können.”? Auf keinen Fall. Egal, was Ihr Euch da einfallen lasst, Ihr wirkt streitsüchtig und zickig. Schlimmer noch: Vor Augen des Kunden werden interne Zwistigkeiten nach außen getragen. Das schadet dem Ansehen des gesamten Unternehmens.

Je länger über das Missgeschick diskutiert oder gar gestritten wird, desto mehr Zeit und Energie wird auf falsche Themen verwandt. Nach dem Meeting könntet Ihr den Kollegen unter vier Augen freundlich darauf hinweisen, dass seine Bemerkung nicht hilfreich war, das ist aber schon alles.

Mein Tipp: Keine Schlagfertigkeit um jeden Preis. Kümmert Euch um die Lösung von Problemen und darum, schnell wieder auf Sachthemen und die wichtigen Ziele zurück zu kommen.

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Apr 5

Kritik, die als Vorwurf oder Schlag unter die Gürtellinie daher kommt ist im Ursprung nichts weiter als eine Information. Es ungemein, sich selbst dort ein Stoppschild zu setzen und zu sagen

A) Warum bin ich eigentlich betroffen/emotional berührt/ wütend/enttäuscht?
B) Was sagt mir das über MICH?
C) Wie will ich darauf reagieren (wenn überhaupt)?

Unsere erste Reaktion in diesen Fällen ist meistens eher kontraproduktiv. Wir projizieren unsere eigene Enttäuschung oder Wut auf den anderen und werden stinkig. Die Ursache für unsere Gefühle liegt bei uns selbst, unseren Glaubenssätzen und unseren Wertesystem. Die Botschaft ist also an uns gerichtet und das Einhalten der Schlüssel zu neuen Erkenntnissen.

Mein Tipp: Fragt Euch in jeder Situation, in der Ihr gern schlagfertig sein möchtet: Was sagt mir dieses Gefühl über mich?

Wenn jemand behauptet “Du bist aber dick geworden.” und Ihr seid verletzt, dann deshalb, weil Ihr den Vorwurf anerkennt. Der Angriff triff Euch nicht wenn:

  • Ihr Euch selbst schlank fühlt.
  • Ihr Euch innerlich sicher seid, dass Ihr attraktiv seid.
  • Ihr wisst, dass Ihr etwas mehr Gewicht habt, aber das für Euch vollkommen in Ordnung ist.

Die Erkenntnis, dass der Vorwurf Euch berührt, könnt Ihr daher dazu nutzen, zu überlegen, ob Ihr etwas ändern wollt. Auch dafür gibt es mehrere Möglichkeiten:

  1. Ihr könnt daran arbeiten, die Schwäche zu beseitigen.
    Hier: Sport treiben+ gesünder ernähren=Abnehmen
  2. Ihr könnt Eure Einstellung dazu ändern.
    Ist es wirklich so schlimm etwas Übergewicht zu haben?
  3. Ihr könnt Euch in eine Umgebung begeben, wo dieser Punkt keine Rolle spielt.
    Sucht Euch Freunde, die Euch nicht nach dem Gewicht beurteilen.

So könnnt  Ihr aus einem Vorwurf neue Erkenntnisse über Euch selbst ziehen und Euer Sellbstwertgefühl sogar noch stärken.

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Apr 4

Schöne Anekdote bei gesichtet.net:

Der misstrauische Chef will in den Urlaub fahren. Nachdem er alle Mitarbeiter mit Aufgaben versorgt hat

…verließ er die Räumlichkeiten und rief in Richtung unserer Büros ein kurzes “So, ich bin dann weg!”

Wie aus einem Munde ertönte es dann aus mehreren Büros einstimmig: “Schönen Urlaub!”, worauf Herr Chef nur leicht süffisant erwiderte: “Danke, wünsch ich Ihnen auch”

;-)

Der Chef drückt hier nicht nur gute Wünsche aus, sondern auch, dass er sich seines eigenen Kontrolldrangs über seine Mitarbeiter bewusst ist. Zwischen den Zeilen schwingt mit: Ich weiß, ich bin nicht perfekt und vermutlich übertreibe ich die Kontrolle etwas. 

Der ironische Umgang mit den eigenen Marotten ist eine ganz wichtige Eigenschaft schlagfertiger Menschen. Er beweist Selbstreflektion und innere Größe.

Es zeigt, dass Ihr Euch selbst nicht so ernst nehmt, Euch Eurer Schwächen bewusst seid und damit umgehen könnt. 

Daher Chefs und Führungskräfte:

Wünscht Euren Mitarbeitern gute Erholung - wenn Ihr selbst in Urlaub fahrt!

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Apr 3

Bei “Wer wird Millionär”:

Kandidatin:
“Ich nehme den Telefonjoker und rufe meine Freundin Beate an. Herr Jauch, die ist ein ganz großer Fan von Ihnen, die guckt jede Sendung.”

Jauch: “Ja, das ist doch normal, oder?”

Begeistertes Lachen im Publikum.

Jauch bedient sich hier eine Schlagfertigkeitstechnik, die ich “Der große Zampano” nenne.
Natürlich glaubt er nicht ernsthaft, dass es normal wäre, dass jeder Zuschauer alle Sendungen sieht. Genau darin liegt der Witz dieser Technik. Der Hintergrund ist ganz einfach.

Ihr gebt Euch selbst die Einstellung “Ich bin der Größte, Beste, Schönste. Alles was ich tue ist perfekt.”

Ich weiß, dass an dieser Stelle wieder einige denken “Das geht doch nicht. Ich bin doch nicht Günther Jauch. Der kann sich das leisten aber ich nicht.” Doch, genau das könnt Ihr. Ihr nehmt die Haltung des größten Großmauls ein und übertreibt dabei so weit, dass jeder versteht, dass die Antwort nicht ernst gemeint ist.

“Schön dass Du kommst, wir reden gerade über die größten Leistungsträger unserer Firma.”
–> “Können wir nicht mal über etwas anderes reden, als immer nur über mich?”

“Du solltest an Deiner Ausstrahlung arbeiten.”
–> “Noch mehr Ausstrahlung und ihr seid alle geblendet.”

“Hast Du Dir nie überlegt, was Gott mit Dir plant?”
–> “Frag lieber, was ich mit Gott plane!”

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Mär 15

Ein Seminar-Teilnehmer berichtete mir neulich, er kam nach einem dreiwöchigen Urlaub zurück und musste sich die folgenden Sprüche anhören:

“Na, musst du neu angelernt werden?”

“Dass man dich nochmal sieht! Ich dachte du hättest dich zur Ruhe gesetzt.”

“Kennst Du Dich noch aus, oder soll ich Dir mal unsere Firma zeigen?”

 

Solche Sprüche sind eine gute Schlagfertigkeits-Übung. Auf welche Konter würdet Ihr kommen? Vorschläge sind willkommen. Hier ein paar Anregungen:

 

 ”Na, musst du neu angelernt werden?”

–> “Solange DU das nicht tust, ist es Okay.”

–> “Heißt das, es gibt hier jemanden, der etwas von dem Geschäft versteht?”

–> “Ich bin doch nicht Du!”

 

“Dass man dich nochmal sieht! Ich dachte du hättest dich zur Ruhe gesetzt.”

–> “Hab ich auch. Aber nachdem die Firmenleitung Deine Arbeitsergebnisse gesehen hat, haben Sie mich auf Knien angefleht wieder zurück zu kommen.”

–> “Den Gefallen tue ich Euch nicht.”

 

“Kennst Du Dich noch aus, oder soll ich Dir mal unsere Firma zeigen?”

–> “Wie hieß die Firma nochmal? “

–> “Wo war nochmal mein Schreibtisch?”

–> “Ich sollte auf dem Planet Erde landen. Ist das hier halbwegs richtig?”

 

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Mär 12

Diesen Konter habe ich gestern zufällig mitbekommen. Er funktioniert gut für alle Menschen, die sich öfters Bemerkungen wegen Ihrer Körpergröße anhören müssen. Das war einfach sehr lustig. Eine Mutter probiert mit ihrem ca. acht Jahre alten Steppke Kleidung an. Die Mutter sagte aus irgendeinem Grund:

“Dazu bist Du zu klein!”

Der Junge antwortete mit überzeugter Stimme:
“Ich bin nicht klein! Ich bin ein Konzentrat!”

:-)

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Gero Teufert, Rhetorik-Trainer

 

Mär 6

Viele Menschen glauben bei der Schlagfertigkeit ginge es primär darum, ein Rededuell zu “gewinnen”. Geht es Euch auch so? Da setze man einen Schlag und der Gesprächspartner ist fertig, so steckt es ja schon in dem Wort Schlagfertigkeit, oder nicht?

Ihr ahnt es schon: Ich bin anderer Ansicht. Bei der Schlagfertigkeit geht es nicht darum, einen anderen auf Gedeih und Verderb fertig zu machen. Selbst wenn ihr gewinnt, wie fühlt sich dann der Verlierer? Wird er nicht jede Gelegenheit nutzen, es Euch zurück zu zahlen und selbst einen Sieg davon zu tragen. Techniken mit denen Ihr wie mit einer Keule alles kurz und klein schlagen könnt, die so genannte “Kampfrhetorik” gibt es zu genüge. Aber genau darum soll es in diesem Blog nicht gehen. Wäre es nicht viel mehr wünschenswert, aus einer spannungsgeladenen Situation heraus zu kommen und zurück zur Sachebene zu finden?

Genau das könnt Ihr mit Schlagfertigkeit erreichen. Die Techniken, die ich nach und nach in diesem Blog weitergebe, helfen Euch eine Situation, die zu entgleisen droht, wieder einzufangen. Sie können auch dafür sorgen ruhig und souverän zu reagieren, wenn jemand mal wieder unter die Gürtellinie zielt.

Viel zu häufig finden wir uns in einer Situation, in der uns ein anderer einen Vorwurf macht, der aus irgendwelchen Gründen sitzt. Da stehen wir dann und sind sprachlos und wissen nichts mehr zu sagen. Ist es Euch auch schon mal so gegangen? Eine der wichtigsten Eigenschaften von Schlagfertigkeit ist Euch Raum zu geben, um überhaupt in angemessener Form zu reagieren.

Ihr zeigt geistige Beweglichkeit, Originalität, Kreativität, Durchsetzungskraft und den geschickten Umgang mit Worten (Eloquenz darf ich ja nicht mehr sagen). Ihr beweist Souveränität wenn Ihr sie benötigt. Ihr könnt clever argumentieren, auch bei kritischen Fragen. Und ihr überwindet die Sprachlosigkeit. Das ist die verbale Schlagkraft, die Euch vermitteln möchte.

Noch etwas: Häufig sind es die Gefühle, welchen den Unterschied machen. Wer schlagfertig ist, fühlt sich einfach besser und damit wächst Schritt für Schritt das Selbstwertgefühl. Menschen mit einem höheren Selbstwertgefühl reagiesen nicht nur besser sondern sind insgesamt erfolgreicher mit dem was sie tun. Falls Ihr mir nicht glaubt, probiert die Techniken aus.

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Gero Teufert, Rhetorik-Trainer

 

Feb 26

Schon lange predige ich Beratern und IT-Spezialisten, Fachbegriffe in verständliche deutsche Begriffe zu übertragen. Dazu ist dieser nette Zusammenschnitt von SAP-Vorträgen wegweisend. :-)

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Gero Teufert, Rhetorik-Trainer

 

Feb 20

Während sich fast alle derzeit auf den neuen amerikanischen Präsidenten konzentrieren, liefert die Süddeutsche noch einen Nachruf auf die größten Patzer des Vorgängers George W. Bush.

Als der amerikanische Präsident George Bush im Jahr 2005 nach Deutschland kam, waren die Verhältnisse der beiden Länder leicht gespannt. Er begegnete Außenminister Joschka Fischer, den er seit 2001 persönlich kannte und es trug sich folgender Dialog zu:
Bush:  »Hello, what’s your name?«
Fisher kontert: »My name is Mr. Fischer, what’s your name?«
Bush irritiert: »Bush. I’m Mr. Bush.«

Hinter diesem cleveren Konter Fischers auf die Despektierlichkeit von George Bush steckt eine gekonnte Anwendung einer Schlagfertigkeits-Technik, mit der Ihr höchst geistesgegenwärtig wirkt. Mit ein wenig Training ist sie leicht zu beherrschen. Aber vorher noch ein Beispiel:

Kollegin Silke war mit 22 Jahren als junge Unternehmensberaterin das erste Mal beim Kunden. Der Projektleiter des Kunden fragte:
“Sind Sie nicht zu unerfahren, um diese Aufgabe zu übernehmen?”
Silke konterte: “Sind Sie nicht zu erfahren, um solche Fragen zu stellen?”
(Die beiden verstanden sich anschließend übrigens prächtig.)

Die angewandte Technik ist die Technik der Imitation. Jeder Improvisationstheater-Spieler benutzt diese Technik als Standard, um schnell interessante Figuren zu einer Szene zu improvisieren. Dabei werden Körperhaltung und Gestus eines anderen Spielers kopiert. Für die Schlagfertigkeit brauchen wir allerdings nicht so weit zu gehen. Es reicht völlig, den Redestil und Satzbau des Gegenübers einigermaßen nachzuahmen. Bei Fischer und Bush war es die Frage “What’s your name?”. Joschka Fischer hatte es leicht, schon die identische Wiederholung zeigte seinem Gegenüber, dass er die zur Schau gestellte Geringschätzung des amerikanischen Präsidenten nicht auf sich sitzen lies.

Der Clou dabei ist, dass Ihr den Angreifer mit den eigenen Waffen schlagt. Ihr könnt ihm meist dabei noch eine Eigenschaft unterstellen, dafür ersetzt Ihr  die Eigenschaft, die Euch im Angriff untergeschoben wird. Im Falle von Silke war es das Attribut “zu unerfahren”, das sie sehr elegant mit “zu erfahren” beantwortet hat. Im Grunde heißt der Satz übersetzt: “Das war aber jetzt eine blöde Frage.”, was als Aussage natürlich verletzend gewesen wäre und eventuell die Kommunikation weitreichend gestört hätte. Durch die schmeichlerische Unterstellung “Sie sind zu erfahren…” und den imitierten Satzbau wirkt das ganze versöhnlich. Wenn Ihr diese Technik verwendet, sagt Ihr dem Gegenüber damit: Wir sind auf einer Wellenlänge, Deine Sätze sind so schön, ich benutze die gleichen.

Mein Tipp:
Imitiert  bei Angriffen den Satzbau des Gegenübers. Dreht dabei auf Euch gerichtete negative Attribute in das positive Gegenteil. So zielt Ihr mit einem Kompliment auf Euren Gesprächspartner.

Im Rahmen der umgewandelten Attribute könnt Ihr auch negative Eigenschaften einsetzen. Allerdings sollte hier abgewogen werden, was die Situation und der Gesprächspartner vertragen.

Auch hier ein Beispiel:

»Ihre Bluse gewährt ja tiefe Einblicke.«
»Ihre Sprüche gewähren tiefe Einblicke in die Leere Ihres Hirns.«

Hier hängt es sehr von der Situation ab. In der Disko oder an der Bar wäre der Konter akzeptabel, im Business-Alltag sicher nicht. Imitationen mit negativen Unterstellungen solltet Ihr sorgfältig abwägen und der Situation gerecht verwenden.

Die Unterstellungen positiver Eigenschaften wirken meist sehr viel besser und sind weit weniger konfrontativ. Deshalb rate ich dazu, möglichst Dinge zu suchen, die im idealen Selbstbild des Gegenübers vorkommen.
Die meisten Menschen halten sich für (oder würden gern sein):

  • Klug,
  • konstruktiv,
  • begabt,
  • erfahren,
  • gut aussehend/hübsch,
  • produktiv.

Nutzt solche Eigenschaften und unterstellt diese Ihrem Gegenüber. Denkt daran, dass Ihr möglichst schnell wieder zu einer sachlichen Diskussion zurück kehren wollt.

»Sie haben einen merkwürdigen Arbeitsstil.«
»Sie haben eine merkwürdige Art, konstruktive Kritik zu äußern.«

Mit dieser Replik wird dem Angreifer unterstellt, dass er eigentlich einen konstruktiven Beitrag leisten wollte. Euer Gegenüber wird dem kaum widersprechen wollen.

Und jetzt noch ein Klassiker unter den schlagfertigen Repliken nach diesem Muster:

Winston Churchill bekam von Lady Astor entgegen geschmettert:
“Wenn Sie mein Mann wären, würde ich Ihnen Gift geben!”.
Churchill konterte:
“Wenn Sie meine Frau wären, würde ich es nehmen!”

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