Abwehrtechnik: Den Vorwurf zum Wunsch umformulieren

Diese Technik können Sie zur Abwehr von Vorwürfen anwenden. Dies ist eine Variante der Wunschtechnik, die darauf abzielt, aus der konfrontativen Situation in eine kooperative zu kommen. Sie reden daher nicht über den Vorwurf des Angreifers, sondern nur über den Wunsch, den Sie daraus erkennen oder dahinter vermuten.

Manche Wünsche sind einfach zu erkennen. Sie brauchen Sie dann nur zur Sprache zu bringen. Dabei ist ganz wichtig, dass Sie nicht in die Rechtfertigungsfalle tappen. Wir alle neigen dazu, zunächst unser eigenes Verhalten ins rechte Licht rücken zu wollen. Bitte tun Sie das nicht, denn das bringt Sie nicht weiter.

Wenn der Vorwurf also lautet:
»Deine Schlamperei macht mich rasend!«
Dann antworten Sie:
»Du wünschst Dir also mehr Ordnung?«

Möglicherweise empfinden Sie diese Antwort nicht sonderlich schlagfertig und vielleicht sogar ein wenig arrogant, denn es ist ja klar, dass Ihr Gegenüber sich mehr Ordnung wünscht. Aber gerade in dieser Antwort liegt ein großes Potenzial. Zunächst einmal wird Ihr Gesprächspartner auf die ein oder andere Weise zustimmen, eventuell auch etwas genervt. Sie haben dann die Gelegenheit darüber zu reden, wie viel Ordnung denn nötig wäre und wie Sie einen Zustand erreichen können, der für Sie beide akzeptabel ist. Wenn sich der Gesprächspartner auf das Angebot einlässt, haben Sie sogar die Möglichkeit auch Ihre eigenen Wünsche an ihn zu formulieren. Außerdem können Sie im Rahmen des weiteren Gesprächs entscheiden, ob Sie sich auf eine Veränderung einlassen können oder wollen. Diese Diskussion ist viel zielführender, als wenn Sie antworten »Ich bin halt so.« oder Sie sich für Ihr Verhalten rechtfertigen. Denn das führt nur zur Festigung eines Zustandes mit permanentem Konfliktpotenzial.

 

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Reden Sie MITeinander.
Rainer Sturm / www.pixelio.de

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