Da mache ich mich eben noch über SAP-Kollegen lustig und bekomme kurz danach einen Anruf meines Lektors. Nach erster Durchsicht des Erst-Entwurfs meines Schlagfertigkeits-Buchs weist er mich darauf hin, dass das Wort “eloquent” nicht allgemein verständlich sei. So kommt alles zurück
Schon lange predige ich Beratern und IT-Spezialisten, Fachbegriffe in verständliche deutsche Begriffe zu übertragen. Dazu ist dieser nette Zusammenschnitt von SAP-Vorträgen wegweisend.
Da sage noch mal einer es ginge bei der Schlagfertigkeit darum, einen anderen schlecht aussehen zu lassen. So charmant kann Schlagfertigkeit sein:
Hillary Clinton begegnete während ihres Staatsbesuchs in China dem Außenpolitiker Dai Bingguo vom Staatsrat. Er begrüßte Clinton mit dem Kompliment “Sie sehen ja noch jünger und schöner aus als im Fernsehen”. Sie stutzte kurz und entgegnete: “Nun, wir werden uns sehr gut verstehen.!”
Gefunden bei Die Presse, Wien.
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Wie komplex Sprache ist, wird immer dann bewusst, wenn sie automatisiert interpretiert wird. Bei heise.de gibt es einen Vorlese-Service für die Artikel der Online Redaktion, der für alle Menschen mit Behinderungen bestimmt wunderbare Dienste leistet. Der Name der Firma Cisco (gesprochen “Zisko”) wird über die Computerstimme kurz mal zu “Schi-Schuh”. Wegen der viel zu kalten Temperaturen doch sehr passend. ![]()
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Hier kommt ein Hinweis mit schlagfertigem Nutzen für Sie:
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Gero Teufert, Rhetorik-Trainer
Schon jetzt steht für mich der Favorit für die schlechteste Moderation 2009 fest. Was sich Bruce Darnell bei der Echoverleihung geleistet hat ist einfach nur schlecht und peinlich. Zunächst einmal braucht es eine halbe Minute bis der streichholzdünne amerikanische Anzugständer seinen Weg bis zu der Preisträgerin abstolziert hat. Es folgen mehrere “Wow wow wow”, Und “Ick muss dia jetzt ein poor Tipps gäbän.” Nein Bruce, musst Du wirklich nicht, und wir wollen sie auch nicht hören. Offensichtlich weiß er gar nichts über die Preisträgerin und liest daher alles, was noch einen Rest-Sinngehalt besitzt, von seiner Moderationskarte ab. Zweimal die “Krone der Volksmusik” in Folge “was für eine kleine Drama, Baby.” Dann die sinnige Frage “Du hast alles, siehst gut aus. Was wöllst Du nock? Möcktest Du eine Flugzeug haben?” Ja, genau! Eine Flugzeug! Jetzt auf der Echobühne! Du hast doch bestimmt einen Jet samt Piloten in den Taschen Deines Anzugs für Unterernährte? Dieser Schwachsinn wird dann noch vom anschließenden Füßeküssen überboten. Endlich kommt er dazu zu sagen, dass Helene Fischer ihren Echo in der Kategorie “dorte Schlakker” gewonnen hat. “Dorte Schlakker”, jawoll!! ” Hammer. Hammer. HammerHammerHammer.” Ja richtig, ein Hammer auf die Birne der letzten Fernsehzuschauer, die bis zu diesem Zeitpunkt noch ein paar funktionierende Gehirnzellen am Leben gehalten haben.
Kann das Deutsche Fernsehen nicht mal mehr einen Deutsch sprechenden Laudator für der Preis für Deutsche Schlager auftreiben? Das ist wirklich ein “Drama, Baby”!
Wer sich das als schlechtes Beispiel anschauen will, findet anbei das Video. Das Lied könnt Ihr Euch schenken, ab 3:11 beginnt die Überreichung des Preises.
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Während sich fast alle derzeit auf den neuen amerikanischen Präsidenten konzentrieren, liefert die Süddeutsche noch einen Nachruf auf die größten Patzer des Vorgängers George W. Bush.
Als der amerikanische Präsident George Bush im Jahr 2005 nach Deutschland kam, waren die Verhältnisse der beiden Länder leicht gespannt. Er begegnete Außenminister Joschka Fischer, den er seit 2001 persönlich kannte und es trug sich folgender Dialog zu:
Bush: »Hello, what’s your name?«
Fisher kontert: »My name is Mr. Fischer, what’s your name?«
Bush irritiert: »Bush. I’m Mr. Bush.«
Hinter diesem cleveren Konter Fischers auf die Despektierlichkeit von George Bush steckt eine gekonnte Anwendung einer Schlagfertigkeits-Technik, mit der Ihr höchst geistesgegenwärtig wirkt. Mit ein wenig Training ist sie leicht zu beherrschen. Aber vorher noch ein Beispiel:
Kollegin Silke war mit 22 Jahren als junge Unternehmensberaterin das erste Mal beim Kunden. Der Projektleiter des Kunden fragte:
“Sind Sie nicht zu unerfahren, um diese Aufgabe zu übernehmen?”
Silke konterte: “Sind Sie nicht zu erfahren, um solche Fragen zu stellen?”
(Die beiden verstanden sich anschließend übrigens prächtig.)
Die angewandte Technik ist die Technik der Imitation. Jeder Improvisationstheater-Spieler benutzt diese Technik als Standard, um schnell interessante Figuren zu einer Szene zu improvisieren. Dabei werden Körperhaltung und Gestus eines anderen Spielers kopiert. Für die Schlagfertigkeit brauchen wir allerdings nicht so weit zu gehen. Es reicht völlig, den Redestil und Satzbau des Gegenübers einigermaßen nachzuahmen. Bei Fischer und Bush war es die Frage “What’s your name?”. Joschka Fischer hatte es leicht, schon die identische Wiederholung zeigte seinem Gegenüber, dass er die zur Schau gestellte Geringschätzung des amerikanischen Präsidenten nicht auf sich sitzen lies.
Der Clou dabei ist, dass Ihr den Angreifer mit den eigenen Waffen schlagt. Ihr könnt ihm meist dabei noch eine Eigenschaft unterstellen, dafür ersetzt Ihr die Eigenschaft, die Euch im Angriff untergeschoben wird. Im Falle von Silke war es das Attribut “zu unerfahren”, das sie sehr elegant mit “zu erfahren” beantwortet hat. Im Grunde heißt der Satz übersetzt: “Das war aber jetzt eine blöde Frage.”, was als Aussage natürlich verletzend gewesen wäre und eventuell die Kommunikation weitreichend gestört hätte. Durch die schmeichlerische Unterstellung “Sie sind zu erfahren…” und den imitierten Satzbau wirkt das ganze versöhnlich. Wenn Ihr diese Technik verwendet, sagt Ihr dem Gegenüber damit: Wir sind auf einer Wellenlänge, Deine Sätze sind so schön, ich benutze die gleichen.
Mein Tipp:
Imitiert bei Angriffen den Satzbau des Gegenübers. Dreht dabei auf Euch gerichtete negative Attribute in das positive Gegenteil. So zielt Ihr mit einem Kompliment auf Euren Gesprächspartner.
Im Rahmen der umgewandelten Attribute könnt Ihr auch negative Eigenschaften einsetzen. Allerdings sollte hier abgewogen werden, was die Situation und der Gesprächspartner vertragen.
Auch hier ein Beispiel:
»Ihre Bluse gewährt ja tiefe Einblicke.«
»Ihre Sprüche gewähren tiefe Einblicke in die Leere Ihres Hirns.«
Hier hängt es sehr von der Situation ab. In der Disko oder an der Bar wäre der Konter akzeptabel, im Business-Alltag sicher nicht. Imitationen mit negativen Unterstellungen solltet Ihr sorgfältig abwägen und der Situation gerecht verwenden.
Die Unterstellungen positiver Eigenschaften wirken meist sehr viel besser und sind weit weniger konfrontativ. Deshalb rate ich dazu, möglichst Dinge zu suchen, die im idealen Selbstbild des Gegenübers vorkommen.
Die meisten Menschen halten sich für (oder würden gern sein):
- Klug,
- konstruktiv,
- begabt,
- erfahren,
- gut aussehend/hübsch,
- produktiv.
Nutzt solche Eigenschaften und unterstellt diese Ihrem Gegenüber. Denkt daran, dass Ihr möglichst schnell wieder zu einer sachlichen Diskussion zurück kehren wollt.
»Sie haben einen merkwürdigen Arbeitsstil.«
»Sie haben eine merkwürdige Art, konstruktive Kritik zu äußern.«
Mit dieser Replik wird dem Angreifer unterstellt, dass er eigentlich einen konstruktiven Beitrag leisten wollte. Euer Gegenüber wird dem kaum widersprechen wollen.
Und jetzt noch ein Klassiker unter den schlagfertigen Repliken nach diesem Muster:
Winston Churchill bekam von Lady Astor entgegen geschmettert:
“Wenn Sie mein Mann wären, würde ich Ihnen Gift geben!”.
Churchill konterte:
“Wenn Sie meine Frau wären, würde ich es nehmen!”







