Schlagfertigkeit Blog - Die Macht der Worte
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Juli 21.
Und Sie?
von Gero Teufert | Sprüche, Tipps und Tricks | Montag, 21. Juli 2014 | Keine Kommentare »

»Angst fügt einem nie Schaden zu. Was dem Geist schadet, ist: Immer jemanden hinter sich zu haben, der einen schlägt und sagt, was man tun oder lassen soll.«

Carlos Castaneda (Werk: Die Lehren des Don Juan)

 

Gibt es Dinge, die Ihnen peinlich sind, für die Sie sich schämen oder Sie ein Mangelempfinden haben? Vielleicht sind Dinge, die Ihnen andere übel nehmen nicht ganz so lebensentscheidend wie die Homosexualität bei Klaus Wowereit. Schlagfertigkeit und souveränes Auftreten hat auch etwas damit zu tun, wie sehr Sie zu sich selber stehen.  Oft rechtfertigen wir uns für Angriffe, auf die wir eigentlich gar nicht hätten reagieren müssen. Nur trifft es nur zu häufig, weil wir darüber nachdenken, ob nicht doch ein Funken Wahrheit im Vorwurf steckt und ob unser Verhalten nicht doch verwerflich sei.

 

Wir alle haben ja so unsere kleine Macken oder Fehler, für die wir uns manchmal schämen.

Denken Sie an:

 

- Eine Ausbildung, die Sie im Unterschied zu den Kollegen nicht haben

- Ihre Herkunft

- Ihren Akzent

- Einen körperlichen Mangel (zu dick, schüttere Haar, Pickel)

- Ein Verhalten, das andere an Ihnen kritisieren

 

Als Vorwurf drück sich das dann zum Beispiel so aus:

 

- »Du hast ja noch nicht mal einen Meister.«

- »Du kommst ja aus dem Osten.«

- »Du trägst ja schon wieder die gleichen Klamotten.«

- »Mann, Du trödelst!«

- »Du hast wieder ein paar Pfund zugenommen.«

- »Du siehst so richtig durchnächtigt aus.«

- »Sie drängeln sich vor!«

 

Verpassen Sie sich die Wowereit-Haltung: »So bin ich und es ist auch gut so.« Mehr braucht es dazu nicht. Wenn Sie es tun, werden Sie deutlich selbstbewusster wirken. Sobald Sie dem anderen den Stein des Anstoßes entziehen, geht der Tritt ins Leere.

 

Damit Sie das gut umsetzen können, müssen zwei Voraussetzungen gegeben sein.  Erste Voraussetzung: Der Vorwurf muss stimmen. Das tut er allerdings meistens, wenn wir peinlich berührt sind. Zweitens, der Vorwurf darf keine Wertung enthalten. Wenn das der Fall ist, sollten Sie dem Vorwurf auf keinen Fall zustimmen.

Ein Beispiel

»Du stinkst so scheußlich wie ein überfahrener Iltis.«

Diesem Angriff dürfen Sie nicht zustimmen, das brächte Sie um Ihr Ansehen. Aber dafür kennen Sie bereits andere Antworten, die hier gute Dienste leisten. Eine wäre zum Beispiel die Universalantwort »Da passen wir ja gut zusammen.«

Schauen wir noch einmal näher auf die verbale Schlagfertigkeitstechnik, die Sie rhetorisch zum Klaus Wowereit werden lässt:

 

Auch im lebenden Zustand kein Vergleich: Iltis und Menschengeruch. Foto: Nicola Jahn / pixelio.de

Auch im lebenden Zustand kein Geruchsvergleich: Iltis vs. Mensch. Foto: Nicola Jahn / pixelio.de

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Gero Teufert, Rhetorik-Trainer

 

Juli 18.

Meine Großtante ist inzwischen über 90 Jahre alt und sie kann vieles, was hier in Deutschland passiert, nicht verstehen. Zum Beispiel ist es ihr ein Rätsel, wie Deutschland von einer Frau regiert werden kann, dass wir mit Guido Westerwelle einen Außenminister hatten, der zu seiner homosexuellen Ausrichtung stand und dass der Finanzminister Wolfgang Schäuble im Rollstuhl sitzt. Zu der Zeit als sie aufwuchs, waren diese Dinge nicht möglich. Minister und Kanzler mussten Dominanz ausdrücken, waren Männer, wehrhaft ohne Behinderung und heterosexuell.

Ihr Wertesystem ist in diesem Punkten anders geprägt als das der Generationen nach ihr. Dass wir heute glücklicherweise vielen Dingen deutlich toleranter gegenüberstehen als die Generationen vor uns, haben wir auch Menschen zu verdanken, die das System hinterfragt haben und zu Ihren Wesensarten voll und ganz stehen. Erst die Frauenbewegung hat es ermöglicht, dass Frau Merkel in der Rolle als Kanzlerin akzeptiert wird. In den 1950er- Jahren wäre das mit dem damaligen Frauenbild noch unvereinbar gewesen. Das öffentliche Bekenntnis prominenter Personen zu ihrer Homesexualität führte dazu, dass diese sexuelle Ausrichtung heute in unserer Gesellschaft akzeptiert ist. Auch körperliche Einschränkungen sind für uns kein Grund mehr, ein hohes Staatsamt in Frage zu stellen. Wertesysteme unterscheiden sich nicht nur zwischen Kulturen, sie unterliegen auch einem Wandel im Laufe der Zeit.

Kommen wir auf Klaus Wowereits Aussage »Ich bin schwul und das ist auch gut so.« zurück. Mit diesem öffentlichen Bekenntnis ging er damals ein hohes Risiko ein. Es war keineswegs klar, wie die Öffentlichkeit darauf reagieren würde. Vor seiner Nominierung als Kandidat zum Amt des regierenden Bürgermeisters wurde auch in der Berliner Parteiführung lange diskutiert. Wowereit galt als das geeignetste Parteimitglied, aber er war ja schwul.

Klaus Wowereit stand mit dieser Aussage zu sich und seiner sexuellen Orientierung. Im Nachhinein war es  politisch ein geschickter Schachzug. Er nahm damit allen Spekulationen und möglichen Anfeindungen zu dem Thema den Wind aus den Segeln. Der Spruch »…und das ist auch gut so.« wurde zu Wowereits Markenzeichen. Er prägte auch den Titel seiner Biografie, die 2009 erschien.

Er machte es damit für nachfolgende Politiker deutlich leichter, selbst zu ihrer Homosexualität zu stehen. Für die gesamte deutsche Homosexuellen-Szene war das ein Befreiungsschlag. Seine spätere Äußerung, Deutschland sei inzwischen reif für einen homosexuellen Kanzler wurde 2007 durch ein Emnid-Umfrage bestätigt. Demnach könne sich 87 Prozent der Deutschen einen solchen Kanzler vorstellen. Nur meine Großtante könnte das ganz sicher nicht verstehen.

Wertesystem und Moralvorstellung sind nur scheinbar fest. Menschen die voll und ganz zu sich stehen, verändern unsere Welt.

Manche Wörter, die man früher nicht hätte laut sagen dürfen, werden heute ohne Bedenken sogar im Fernsehen geäußert. So ändern sich die (Hör-) Gewohnheiten. Foto: peter909 / pixelio.de

Auch im Sprachgebrauch gilt: Was früher verboten war, ist heute schon geläufig. Foto: peter909 / pixelio.de

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Gero Teufert, Rhetorik-Trainer

 

Juli 16.
Peinlich oder nicht?
von Gero Teufert | Allgemeines, Anekdoten, Kommunikation | Mittwoch, 16. Juli 2014 | Keine Kommentare »

Ob wir ein bestimmtes Verhalten peinlich finden oder nicht, ist eine Frage unseres Wertesystems. Oft werden uns Verhaltensweisen vorgeworfen, die andere als inakzeptabel empfinden. Wenn wir das gleiche Wertesystem verinnerlicht haben, dann werden wir peinlich berührt sein, dass uns jemand bei einer Entgleisung erwischt hat.

Anders ist es allerdings, wenn die Wertesysteme nicht übereinstimmen. Dies durfte ich auf einer Urlaubsreise erfahren.

Als besonderes Highlight unseres Urlaubs in Thailand begaben sich meine Freundin und ich auf eine fünftägige Dschungeltour. Es war eine Erlebnissafari. Wir ritten auf Elefanten, stürzten uns auf selbstgezimmerten Flößen in Stromschnellen und übernachteten in abgelegenen Bergdörfern des thailändischen Dschungels. Unsere kleine internationale Reisegruppe bestand aus fünf Personen. Außer meiner Freundin und mir gehörten zwei Engländerinnen und ein Mann aus Singapur dazu. Selbst wenn man in Erwägung zieht, dass wir jeden Abend unter freiem Himmel am Lagerfeuer unser Mahl einnahmen, zeigte der asiatische Reisegefährte ein für uns Europäer sehr befremdliches Verhalten. Insbesondere seine Angewohnheit, nach dem Trinken äußerst laut und herzhaft zu rülpsen, führte bei uns zu hochgezogenen Augenbrauen. Er hingegen freute sich über jedes gelungne Aufstoßen und hielt sich anschließend den Bauch vor Lachen.

 

Am dritten Tag konnten die beiden britischen Ladies nicht mehr an sich halten. Als unser asiatischer Reisebegleiter mal wieder nach einem großen Schluck Cola einen abgrundtiefen Rülpser von sich gab, echauffierten sie sich: »You are so offensive.«, fuhren sie ihn an »Your whole behaviour is so disguting.« – auf Deutsch bedeutet das in etwa: »Sie sind so widerlich. Ihr ganzes Verhalten ist ekelhaft.« Der Angesprochene sah sie nur verwundert an und verstand überhaupt nicht, warum sich die Engländerinnen so über ihn aufregten. Die drei wurden auch für den Rest des kleinen Ausflugs keine Freunde mehr.

Als ich später einem Kollegen von diesem Erlebnis erzählte, war ich über seinen Kommentar überrascht: »Na, klar,« meinte er, »in vielen asiatischen Kulturen ist ein Ausdruck besonderer Behaglichkeit und des Wohlfühlens, wenn man bei Tisch laut hörbar aufstößt. Insofern konnte der Tourist aus Singapur die Aufregung nicht verstehen. Für ihn war es keine Peinlichkeit.«

Ist das nicht höchst spannend? Meine kleines Erlebnis zeigt uns, dass ein Vorwurf uns nur dann erreichen kann, wenn wir das gleiche Wertesystem wie der Angreifer haben. In diesem Fall stimmten die Wertewelten nicht überein, so konnte der Reisende aus Singapur den Vorwurf nicht verstehen. Für ihn war sein Verhalten vollkommen in Ordnung, für uns eine Provokation. Ein Vorwurf zielt also ins Leere, wenn die Wertwelten der Gesprächspartner nicht übereinstimmen.

Im umgekehrten Fall, wenn Sie ein Vorwurf wirklich trifft, ist das immer ein Zeichen dafür, dass Sie das Wertesystem des Angreifers akzeptieren. Wenn wir also peinlich betroffen sind, uns schämen oder ein Loch suchen, in dem wir am liebsten verschwunden wären, dann bedeutet das, dass wir hier eine Wertung mit unserem Gegenüber teilen.

 

Peinlich - ein Rülpser in der Öffentlichkeit gilt hier als unhöflich. In Anderen Ländern zeigt es Behaglichkeit und ist voll akzeptiert. Foto: Georg Sander / pixelio.de

Peinlich – ein Rülpser in der Öffentlichkeit gilt hier als unhöflich. In Anderen Ländern zeigt es Behaglichkeit und ist voll akzeptiert. Foto: Georg Sander / pixelio.de

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Juli 14.

Die Medienberater hatten ihm von diesem Schritt abgeraten. Der fast unbekannter Politiker stand direkt vor einer wichtigen Wahl. Wilde Spekulationen hatte es gegeben, war er es nun oder nicht? Es würde einen Skandal verursachen, wenn er zu den Gerüchten Stellung beziehen würde. Klaus Wowereit tat es trotzdem. 2001 steht er auf dem Podium des Berliner SPD-Parteitags und sagt: »…und damit das ein für allemal klar ist: Ich bin schwul … und das ist auch gut so!«

Die Parteitagsdelegierten im Saal des Maritim-Hotels an der Friedrichstraße halten den Atem an. Nie zuvor hat es ein Spitzenpolitiker in Deutschland gewagt, sich öffentlich als Homosexueller zu bekennen. Dann brandet Applaus auf. Vielen Zuhörern ist sofort klar: Sie sind Zeugen eines historischen Tabubruchs geworden.

 

Die Spekulationen über seine sexuellen Orientierung waren damit vom Tisch. Klaus Wowereit wurde anschließend zum Regierenden Bürgermeister von Berlin gewählt.

Dahinter steckt ein sehr spannendes Phänomen. Wir alle haben Wertesysteme verinnerlicht. Diese wurden durch unser Elternhaus, unsere Erziehung, die Schule, unsere religiöse Ausrichtung und besonders durch soziale Gruppen geprägt, denen wir gern angehören wollten. Es liegt an unserem Wertesystem, ob wir eine Eigenschaft peinlich oder akzeptabel finden.

 

Andere Länder andere Sitten – Nationale Wertesysteme zum Verhalten 

Besonders wird dieser Unterschied deutlich, wenn wir auf Länder schauen, die eine andere kulturelle Prägung haben als wir. In solchen Länder messen die Einwohner mit einem anderen Wertesystem, so kann es dazu kommen, dass Verhaltensweisen, die für uns ganz selbstverständlich sind, in diesen Ländern als verwerflich gelten. In den Vereinigten Arabischen Emiraten ist der Austausch von Zärtlichkeiten in der Öffentlichkeit verboten. In Stadthotels in Abu Dhabi wird man als Mann bereits ermahnt, wenn man seine Frau einfach nur umarmt. Dies gilt als zu viel Nähe.

In China gilt Ausspucken als gesund. Daher spucken Chinesen gern und gänzlich ungeniert öffentlich auf Gehwege – ein Verhalten, das für uns im europäischen Raum als unhöflich oder gar inakzeptabel angesehen würde. In Vietnam wiederum gilt es als unhöflich, sich in der Öffentlichkeit die Nase zu putzen. Wenn Sie dort die Rüsselpest packt, dann sollten sie lieber hörbar hochziehen.

Ganz anders in Indien: Hier gehört es angeblich zu den guten Tischsitten, dass man bei Tisch sowohl die Nase ausblasen als auch ausspucken darf.

 

Sie sind in Vietnam? Bessern nicht das Taschentuch zücken.. Foto: S. Hofschläger / pixelio.de Taschentuch

Sie sind in Vietnam? Bessern nicht das Taschentuch zücken.. Foto: S. Hofschläger / pixelio.de Taschentuch

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So argumentieren Sie clever unter Stress und bleiben souverän

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Gero Teufert, Rhetorik-Trainer

 

Juli 11.

Im Folgenden beschäftigen wir uns mit diesen Themen:

  • Wie Sie Vorwürfe durch Ihre Zustimmung entkräften
  • Was uns Peinlichkeiten übe runder Wertesystem sagen
  • Unerwartetes Zustimmen
  • Wie Sie mit der Wunsch-Technik von der Ablehnung in die Zustimmung kommen
  • So lenken Sie das Gespräch auf einen neuen Aspekt: Leitplanken-Strategie

Einem Vorwurf zuzustimmen, ist eine sehr pfiffiges Vorgehen. Wenn Sie mit Einwänden oder Vorwürfen bombardiert werden und Sie stimmen diesen zu, dann erübrigt sich jede weitere Diskussion. Wie Sie das geschickt für sich nutzen können, erfahren Sie in den folgenden Beiträgen.

Auch ein Schiffskapitän muss gut verhandeln können. Foto: sokaeiko / pixelio.de

Auch ein Schiffskapitän muss gut verhandeln können. Foto: sokaeiko / pixelio.de

Vorwürfe entwerten durch Zustimmung

Mein Vater war Soldat bei der Marine. Aus den früheren Jahren seiner beruflichen Karriere erzählte er folgende Geschichte: Sein damaliger Vorgesetzter war vom Dienstgrad Kapitän zu See. Er war geschickt im Verhandeln und schaffte es, auch aus scheinbar ausweglosen Situationen noch einen Vorteil zu schlagen. Wieder einmal gab es schwierige Verhandlungen und lange Diskussionen, am Ende hatte sein Vorgesetzter durch geschickte strategische Schachzüge wieder einen Erfolg verbuchen können.

Nach der Verhandlung saßen Sie zu zweit zusammen und meinem Vater entfuhr der Satz: »Herr Kapitän, Sie sind ein ganz schönes Schlitzohr.« Mein Vater war selbst überrascht, dass er sich traute, so etwas zu sagen. Eigentlich eine Entgleisung seinem Vorgesetzten gegenüber, die sich damals nicht mit der hierarchischen Ordnung der Bundeswehr vereinbaren ließ. Bange sah er seinem Vorgesetzten in die Augen. Wie würde er reagieren? Der sah ihn eine Weile an. Dann schmunzelte er und sagte: »Ja, da haben Sie wohl recht.«

Erkennen Sie, wie geschickt es ist so zu antworten? Die volle Zustimmung des Kapitäns entzieht dem Vorwurf seine Energie.

Hier gibt es gar nichts mehr zu diskutieren, keine Argumente und Widerworte. In diesem Fall verwandelte der Kapitän den Einwand sogar in eine Auszeichnung seiner Person. Der Angesprochene zeigte damit seine Einstellung zu einer Eigenschaft: »So ist es, ich stehe dazu.«

 

Stimmen Sie einem Vorwurf voll und ganz zu, verliert dieser seine Kraft vollständig.  

Nach einer selbstverständlichen Zustimmung gibt es keinen Grund mehr irgendetwas zu rechtfertigen oder zu verteidigen. Der Vorwurf ist akzeptiert und damit erübrigt sich die weitere Diskussion. Mehr noch eine Eigenschaft, der Sie zustimmen, verwandelt sich in eine Auszeichnung. Sie machen es zu einem anstandslosen Teil Ihres Wertesystems. Im Beispiel des folgenden Artikels erfahren Sie mehr darüber.

 

 

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