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März 2.

Mit der folgenden Technik wirken Sie sehr überzeugend, geistesgegenwärtig und witzig. Sie ist im eigentlichen Sinn ein Spiel mit Sätzen und dem Satzbau dessen, was Ihnen Ihr Gegenüber sagt.
Bevor es losgeht, ein Beispiel:

Als der amerikanische Präsident George Bush im Jahr 2005 nach Deutschland kam, waren die Verhältnisse der beiden Länder leicht gespannt. Er begegnete dem damaligen Außenminister Joschka Fischer, den er seit 2001 persönlich kannte, und es trug sich folgender Dialog zu:

Bush: »Hello, what’s your name?«
Fisher kontert: »My name is Mr. Fischer, what’s your name?«
Bush irritiert: »Bush. I’m Mr. Bush.«

Joschka Fischer kontert hier äußerst raffiniert auf die Geringschätzung von George Bush. Mit ein wenig Training ist diese Technik leicht zu beherrschen.

Aber vorher noch ein Beispiel:
Kollegin Silke war mit 22 Jahren als junge Unternehmensberaterin das erste Mal beim Kunden. Der Projektleiter des Kunden fragte:

»Sind Sie nicht zu unerfahren, um diese Aufgabe zu übernehmen?«
  Silke konterte: »Sind Sie nicht zu erfahren, um solche Fragen zu stellen?

(Die beiden verstanden sich anschließend übrigens prächtig.)

Die angewandte Technik ist die Technik der Imitation. Jeder Improvisationstheater-Schauspieler benutzt diese Technik als Standard, um schnell komische Figuren zu einer Szene zu improvisieren. Dabei werden Körperhaltung und Gestik eines anderen Spielers kopiert. Für die Schlagfertigkeit brauchen wir allerdings nicht so weit zu gehen. Es reicht völlig, den Redestil und Satzbau des Gegenübers einigermaßen nachzuahmen. Bei Fischer und Bush war es die Frage »What’s your name?«. Joschka Fischer hatte es leicht, schon die identische Wiederholung zeigte seinem Gegenüber, dass er die zur Schau gestellte Geringschätzung des amerikanischen Präsidenten nicht auf sich sitzen ließ.

Der Clou bei dieser Technik ist, dass Sie den Angreifer mit den eigenen Waffen schlagen. Sie können dabei häufig den Spieß einfach umdrehen. Manchmal reicht es – wie im Falle von Bush und Fischer – den Satz einfach zu wiederholen. Im anderen Fall nutzen Sie dafür die Eigenschaft, die Ihnen im Angriff untergeschoben wird. Im Falle von Silke war es das Attribut »zu unerfahren«, das sie sehr elegant mit »zu erfahren« gekontert hat.

In eine klarere Sprache übersetzt, heißt Silkes Satz nichts anderes als: »Das war aber jetzt eine blöde Frage«. Das wäre als Aussage natürlich verletzend gewesen und hätte die Kommunikation eventuell weitreichend gestört. Durch die schmeichlerische Unterstellung »Sind Sie nicht zu erfahren …« und den imitierten Satzbau wirkt das ganze versöhnlich. Wenn Sie diese Technik verwenden, sagen Sie damit: Wir sind auf einer Wellenlänge, Deine Sätze sind so schön, ich benutze die gleichen.

 

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Drehen Sie den Spieß um!
Rike  / pixelio.de

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Gero Teufert, Rhetorik-Trainer

 

Februar 27.
Absichtliches Missverstehen
von Gero Teufert | Kommunikation, Sprüche | Freitag, 27. Februar 2015 | Keine Kommentare »

Das absichtliche Missverstehen setzt voraus, dass Sie bereit sind, ein wenig mit den Worten des Gesprächspartners zu spielen und sie anders auszulegen. Sie picken sich ein Wort heraus und interpretieren es anders als in der zugewiesenen Semantik.

»Was fällt Ihnen ein?«
 »Alles was nicht stehen bleibt.«
»Was ist ein Facility Manager?« 
»Gemüse, Kartoffeln und Soße.«
»Ich habe da ein komisches Gefühl.«
 »Dann lach doch!«
»Wie kann man nur so fett sein?« 
»Ganz einfach: Essen, essen, essen und auf keinen Fall bewegen.«

Diese Technik können Sie trainieren, indem Sie sich zu Aussagen Ihrer Gesprächspartner immer wieder fragen: »Was könnte das noch bedeuten?« Sie werden bald auf Varianten für die Interpretation kommen. Sie können den Inhalt auch in einen anderen Kontext übertragen:

»Ihre Potenzialanalyse enthielt gar keine neuen Potenziale.« 
»Sie erwarten ja auch keine Hunde im Hundekuchen.«
»Bei uns zählt nur der Inhalt.«
 »Bei meinem Abfalleimer auch.«

Der Klassiker des absichtlichen Missverstehens liegt in der relativ bekannten aber trotzdem wirksamen Kurzform:

»Arschl… !«
»Angenehm, Teufert.«

Diese Variante können Sie bei allen Angriffen verwenden, die nur aus einem Wort bestehen. Verstehen Sie diese konsequent als Vorstellung des Angreifers.

Hier noch eine Anekdote über mich, die mir meine Eltern erzählt haben:

Mutter und Vater Teufert liegen sich in den Armen und küssen sich. Klein-Gero geht dazwischen und möchte auch liebkost werden.
Er sagt: »Ich auch!« Mutter sagt: »Gero, bist Du eifersüchtig?«
 Darauf antwortet Gero schlagfertig: »Nein, ich bin Gero Teufert.«

 

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Eindeutiges Missverständnis!
Wolfgang Pfensig  / pixelio.de

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Gero Teufert, Rhetorik-Trainer

 

Februar 24.
Wortspiele
von Gero Teufert | Anekdoten, Sprüche, Tipps und Tricks | Dienstag, 24. Februar 2015 | Keine Kommentare »

Wortspiele nutzen den Gleichklang oder die Mehrdeutigkeiten von Worten, verdrehen sie im Sinn oder verkehren diese ins Gegenteil. Daraus können Sie auch schlagfertige Antworten entwickeln.
Für Wortspiele bieten sich verschiedene Varianten an:

  • Aussagen wörtlich nehmen
  • Mit Mehrdeutigkeiten spielen
  • Abkürzungen neu definieren
  • Absichtliches Missverstehen
  • Imitationen

Für die verschiedenen Varianten zeige ich Ihnen ein paar Beispiele. Sie können dabei die Aussagen wörtlich nehmen:

»Wir haben heute Abend viele Biker zu Gast. Deine Frikadellen müssen knallen!«
 »Na, dann steck sie doch in den Auspuff!«
»Brad Pitt ist mein Gott!«
 »Kein Wunder, dass der hier noch nie vorbei gekommen ist.«

 

Die Neuregelung der GEZ-Gebühren 2006 sah vor, dass auch Computer als Empfangs-Geräte gewertet wurden und somit viele Menschen mehr Gebühren zahlen mussten als vorher. Das führte zu vielen Protesten. In einer Fernsehdiskussion sagte ein empörter Kritiker der Regelung:

»Ich soll also Gebühren dafür zahlen, dass ich ein Internet-fähiges Gerät besitze, auch wenn ich gar keinen Internet-Anschluss habe? Tja, dann werde ich mal ganz schnell Kindergeld beantragen. Ich habe zwar noch keine Kinder, aber das Gerät ist vorhanden.«

 

In einer anderen Variante der Wortspiele spielen Sie mit der Mehrdeutigkeit von Worten. Hier Beispiele dazu:

»Ich habe mir jetzt eine Maschine gekauft, die Espresso, Latte Macchiato und Cappuccino macht und dabei noch Musik spielt. Ist das nicht irre?« »Nein, mehr der Besitzer…«

»Ich glaube, Sie verstehen nichts von dem Job.« »Wenn Sie glauben, dann gehen Sie doch in die Kirche!«

 

Nutzen Sie Wortspiele für Ihren schlagfertigen Humor. Sie können auch Abkürzungen neu definieren:

Eine Gruppe junger Berater tritt in das Büro des Finanzchefs:

»Guten Tag, wir kommen von KPMG.« »Ah, kenn ich. Das steht für: ‚Kinder prüfen meine Gesellschaft‘.«

 

Sehr intelligent nutzt Gregor Gysi diese Technik. Hier ein paar Beispiele:

»Das Licht am Ende des Tunnels kann auch ein entgegenkommender Zug sein.«
»Menschen die herausragen haben meistens etwas Besonderes. Und das Besondere ist meistens nicht sehr bequem. «
»Ein Linker muss nicht arm sein. Ein Linker muss gegen Armut sein.«

 

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Die PC-Maus beim Wort genommen.
Irene Lehmann  / pixelio.de

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Februar 19.
Werden Sie absurd
von Gero Teufert | Allgemeines, Anekdoten, Sprüche | Donnerstag, 19. Februar 2015 | Keine Kommentare »

19In unseren gewöhnlichen Reaktionen sind wir es gewohnt, logisch und rational zu reagieren. Die gesamten Techniken der Argumentation folgen klaren Strategien und erzeugen nachvollziehbare Antworten, die mit Ihrer Zielsetzung verknüpft sind. Mit den jetzt folgenden Techniken verlassen wir den Pfad des geradlinigen Denkens und begeben uns in absurde Welten. Wer sagt denn, dass Sie immer logisch antworten müssen? Wenn Ihr Gesprächspartner darauf aus ist, Sie mit einer dummen Bemerkung bloßzustellen oder Sie in Verlegenheit zu bringen, dann müssen Sie nicht unbedingt nachvollziehbar darauf reagieren.

Hier ein Beispiel aus dem Gespräch der beiden Meister der Schlagfertigkeit, Harald Schmidt und Thomas Gottschalk:

Schmidt: »Bist Du bei der Preisverleihung des Fernsehpreises auch der Laudator für Marcel Reich-Ranicki?«
Gottschalk:» Ja ich bin einer der wenigen Fernsehmitarbeiter, der ihn a) kennt, b) seinen Namen aussprechen kann… «.
Schmidt fällt ihm ins Wort: »…und c) viele Bilder von ihm gekauft hat.«

Schmidt ändert den Kontext, indem er einen neuen, absurden Zusammenhang herstellt. Diesen Nonsens können Sie auch für sich selbst nutzen.

Wenn Sie mit einer absurden Antwort kontern, dann nutzen Sie dabei neben dem Faktor Humor auch noch den Faktor Verwirrung. Verlässt die Antwort den Bereich des Nachvollziehbaren, ist Ihr Gesprächspartner erst einmal damit beschäftigt, den Sinn einzuordnen.

»Du wirst ja dauernd rot.«
»Sicher, einer muss ja mal Farbe in den Laden hier bringen.«

»Du bist aber dick geworden.« 
»Seitdem können unsere Kinder meine Anzüge als Indianerzelt benutzen.«

Absurd werden können Sie auch durch Pseudo-Logik. Sie gestalten einen Satz scheinbar logisch, aber in Wirklichkeit ist es genau das Gegenteil.

Louis Armstrong, der berühmte Jazztrompeter, hat einmal eine Platte für ein fremdes Label produziert, obwohl er mit einer anderen Firma einen Exklusivertrag hatte. Als ihn der Direktor zu sich holt, bekommt er die Platte vorgespielt mit dem Vorwurf, dass sei unverkennbar er gewesen.

Louis antwortet: »Das war ich nicht – und ich werde es auch nie wieder tun.«

 

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Seien Sie anders von Ihnen erwartet wird.
BirgitH  / pixelio.de

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Februar 16.
Versetzen Sie sich in den Hochstatus
von Gero Teufert | Allgemeines, Anekdoten, Sprüche | Montag, 16. Februar 2015 | Keine Kommentare »

Ein schönes Beispiel dieser Technik fand ich bei »Wer wird Millionär«:

Kandidatin zum Moderator Günther Jauch: »Ich nehme den Telefonjoker und rufe meine Freundin Beate an. Herr Jauch, die ist ein ganz großer Fan von Ihnen, die guckt jede Sendung.«
Jauch: »Ja, das ist doch normal, oder?«

Begeistertes Lachen im Publikum.

Günther Jauch bedient sich hier einer Schlagfertigkeitstechnik, die ich »Der große Zampano« nenne. Natürlich glaubt er nicht ernsthaft, dass es normal wäre, dass jeder Zuschauer alle Sendungen sieht. Genau darin liegt der Witz dieser Technik.

Dafür versetzen Sie sich selbst in den höchsten Hochstatus, den Sie sich vorstellen können. Sie stellen sich vor: »Ich bin der Größte, Beste, Schönste. Alles, was ich tue, ist perfekt.« Spielen Sie mal den großen Zampano.

Ich weiß, dass Sie an dieser Stelle vielleicht denken: »Das geht doch nicht. Ich bin doch nicht Günther Jauch. Der kann sich das leisten, aber ich nicht.« Doch, genau das können Sie. Sie nehmen die Haltung des größten Großmauls ein, das Sie sich vorstellen können. Allerdings übertreiben Sie dabei so weit, dass jeder versteht, dass die Antwort nicht ernst gemeint ist. Warum versuchen Sie nicht einmal Folgendes?

»Schön, dass Du kommst, wir unterhalten uns gerade über die größten Leistungsträger unserer Firma.« 
»Können wir nicht mal über etwas anderes reden als immer nur über mich?«

»Du solltest an Deiner Ausstrahlung arbeiten.«
 «Noch mehr Ausstrahlung und Ihr seid alle geblendet.«

»Hast Du Dir nie überlegt, was Gott mit Dir plant?«
 »Frag lieber, was ich mit Gott plane!«

Und noch ein Beispiel vom deutschen Großmeister der Medien:

Thomas Gottschalk: »In Amerika hat man versucht, ›Wetten Dass‹ ins Fernsehen zu bringen, aber es hat nicht funktioniert.« Journalist: »Lag das an Ihnen?« Gottschalk: »Nein, mit mir hätte es ja geklappt!«

Zu Jürgen Klinsmanns Nominierung als Bundestrainer:

»Ich habe im Sommer einen Schock bekommen! Als ich hörte, der neue Bundestrainer kommt aus Kalifornien und ist blond, dachte ich: Ha – muss ich denn alles machen?«

 

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Wer außer mir hat mehr Durchblick?
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