Schlagfertigkeit Blog - Schlagfertigkeit, Rhetorik und Kommunikation
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Dezember 19.

»Gero, wenn ich es will, dann kann ich ein ganzes Meeting lahmlegen. Dieses heute wird eins davon sein.«, sagte mir vertraulich Herr Sauerkorn (Name geändert). Herr Sauerkorn war damals Gruppenleiter in einem Weltkonzern. Ich war schon viele Monate als Berater für ihn tätig und hatte schon einige überraschende Winkelzüge von ihm erlebt, aber bei dieser Bemerkung schaute ich ihn ungläubig an. Die Besprechung war mit langem Vorlauf vereinbart, die Agenda mit allen Teilnehmern abgestimmt, die Ziele klar. Herr Sauerkorn hatte dennoch ein großes Interesse daran, dass diese Besprechung nicht zum Ziel kam, denn als letzten Tagesordnungspunkt sollte er eine Entscheidung vorlegen, für die er noch weitere Informationen brauchte. Er hatte unglücklicher Weise im Vorfeld angekündigt, am Termin der Besprechung sein Ergebnis zu verkünden. Zuzugeben, dass er noch mehr Zeit für die Entscheidung brauchte, hieß für ihn das Gesicht zu verlieren. Das hielt er für inakzeptabel, eine solche Blöße wollte er sich nicht geben. Daher wählte er einen anderen Weg. »Pass auf,« sagte er in leicht despektierlichen Ton, »ich werde die ganze Bande so beschäftigen, dass sie gar nicht merken, was geschieht. Meine Sache wird gar nicht zur Sprache kommen.« Er behielt recht.

Ist das nicht erstaunlich? Obwohl alle Teilnehmer sich feste Ziele für die Besprechung gesteckt hatten und gut vorbereitet waren, schaffte es Herr Sauerkorn, das gesamte Meeting aus dem Ruder laufen zu lassen (was ja in seinem Sinne war). Was war da passiert?
Damals war ich schwer beeindruckt, heute weiß ich, dass er einfach systematisch die Verzettelungs-Taktik angewandt hat. Sobald einer der anderen Teilnehmer ein Thema ansprach, fand er einen Punkt, den er näher hinterfragte. Viele Punkte nutzte er für sehr kritische Nachfragen, sodass die anderen Teilnehmer in den Rechtfertigungsdrang oder gar in Erklärungsnot kamen. So wurde sehr lange über viele Details diskutiert. Am Ende reichte die Zeit nicht mehr, Herrn Sauerkorns Tagesordnungspunkt zu besprechen. Genau das wollte er erreichen.

Vorsicht vor der Verzettelungsstrategie. Manchmal versuchen Teilnehmer eine Besprechung bewusst so zu steuern, dass sie sich in der Diskussion über unwichtigen Kleinigkeiten verliert. Die Besprechung wird ihre Ziele dann nicht erreichen.

Welche Gegenmaßnahmen können Sie ergreifen? Eine Technik kennen Sie bereits, die Technik des höheren Ziels. Wenn sich Diskussionen in unwichtigen Details verlieren, dann sprechen Sie bitte über das Ziel der Besprechung und bitten Sie die Detailklärung auf andere Schauplätze zu verlegen:

»Meine Damen/Herren, wir alle haben uns hier versammelt, um XY zu erreichen. Bitte kommen Sie wieder auf diese Ziele zurück.«

Sollte Ihnen auffallen, dass ein Teilnehmer oder eine Interessengruppe mehrfach systematisch Detaildiskussionen verursacht, dann sprechen Sie diese Strategie direkt an:

»Sie haben jetzt wiederholt diese Runde auf Abwege geführt. Sie erwecken auf mich den Eindruck, dass Sie die Ziele unseres Meetings nicht unterstützen. Bitte unterlassen Sie das.«

 

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Gehen Sie zielstrebig vorwärts.

Rolf Wenkel  / pixelio.de

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Dezember 16.

III. Dann ist es Zeit, etwas zu ändern
Viele Killerphrasen folgen dem Prinzip der Aussage »Das geht sowieso nicht« oder »Das bringt nichts«. Genau hier setzen Sie mit dieser Technik an. Wenn Ihr Gesprächspartner also versucht, mit einer pauschalen Ablehnung Ihr Argument zu entwerten, dann stellen Sie sich auf den Standpunkt »Gerade deshalb sollten wir es mal probieren« oder »Dann sollten wir meinen Vorschlag unbedingt probieren«. Sie setzen einfach das umgekehrte Argument dagegen. Das ist zu einfach, finden Sie? Möglicherweise, aber bedenken Sie, dass Ihr Gegenüber mit seiner Killerphrase nichts anderes macht. Auch das Totschlagargument ist nur eine pauschale Aussage gegen Ihren Vorschlag. Sie entwerten sie mit einem pauschalen Gegenargument. Hier ein paar Beispiele:

»Das haben wir noch nie so gemacht.«
»Dann wird es wohl Zeit.«

»Was glauben Sie, wer Sie sind?«
»Jemand, der endlich was bewegt.«

»Das könnte ja jeder kommen.«
»Ich bin aber nicht jeder.«

»Jeder, der klar bei Verstand ist, sieht das so wie ich.«
 »Jeder, der bereit für Weiterentwicklungen ist, sieht es so wie ich.«
»Kümmern Sie sich um Ihre Aufgaben!«
»Genau das tue ich«

Vielleicht empfinden Sie dieses pauschale Abschmettern der Killerphrase als etwas arrogant. Das mag sein, aber vergessen Sie nicht, dass sich Ihr Gesprächspartner mit seiner Killerphrase auch nicht viel Mühe gibt. Ganz im Gegenteil, er argumentiert noch nicht einmal dagegen. Gleiches Recht also auf beiden Seiten – oder wie ich es nenne: Schlagen Sie mit gleichen Waffen zurück.

IV. Fragetechnik
Auch die Fragetechnik liefert uns einen guten Ansatzpunkt gegen Killerphrasen. Nach dem Motto, »Wenn nicht so, wie dann?« können Sie fast alle Killerphrasen hinterfragen. Damit bringen Sie den Gesprächspartner in Zugzwang und zeigen, dass Sie sich nicht so schnell abspeisen lassen.
Das hört sich dann wie folgt an:

»So etwas machen wir hier nicht. «
»Haben Sie eine bessere Idee mit ähnlichen Erfolgsaussichten?«

»Bei uns geht das nicht.«
»Was geht denn hier?«

»Stellen Sie sich vor, was das alles nach sich zieht.«
 »Sollten wir nicht gerade deshalb etwas ändern, bevor die Konsequenzen noch weiter reichen? Was schlagen Sie denn vor?«

 

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Wenn zwei Meinungen gegenüberstehen, hilft richtiges Nachfragen weiter.
twinlili  / pixelio.de

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Dezember 11.

Wenn Sie die Killerphrase als solche erkannt haben, ist es relativ einfach, dagegen anzugehen. Dafür gibt es verschieden Techniken, die Sie nutzen können. Teilweise haben Sie diese in anderen Varianten schon hier gelesen, ich möchte Sie noch einmal kurz auf die Möglichkeiten hinweisen, die für Killerphrasen besonders wirksam sind.

I. Manipulation erkennen, Manipulation benennen
Die grundsätzliche Technik »Manipulation erkennen, Manipulation benennen« funktioniert auch hier. Ein Beispiel:

»So etwas machen wir hier nicht.«
»Das ist ein Totschlagargument. Welche echten Vorschläge haben Sie denn einzubringen?«

Die nachgestellte Frage richtet sich nach der Gesprächssituation. Mit dieser können Sie versuchen, Ihren Gesprächspartner wieder auf die Sachebene zurückzubringen. Haben Sie kein Interesse an einer weiteren Diskussion können Sie sie auch einfach weglassen.

II. Metaebene ansprechen
Die Metaebene anzusprechen ist ein universelles Mittel bei Vorwürfen, die sich einer extremen Sprache bedienen. Sie gehen nicht auf die Killerphrase ein, sondern nur auf die Art, wie kommuniziert wird. Zum Beispiel in dieser Form:

»Das ist doch völliger Schwachsinn.«
»Herr Störer, bei allem Respekt, das ist doch nicht die Art wie wir hier miteinander reden wollen.«

Noch hilfreicher ist es, wenn Sie sich in einer Diskussion befinden, in der allgemeine Gesprächsregeln vereinbart wurden. In Meetings im Arbeitsbereich ist das häufig so. Sie können sich dann auf diese Gesprächsregeln beziehen. Noch besser ist das natürlich, wenn ein Moderator bestimmt wurde, der diese Aufgabe übernimmt.

»Das ist doch völliger Schwachsinn.«
»Herr Störer, bitte bleiben Sie sachlich und halten Sie sich an die vereinbarten Regeln für dieses Meeting.«

Dann wird es Zeit, etwas zu ändern.

Wie? Das lesen Sie in Kürze.

 

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Vereinbaren Sie Regeln, für einen respektvollen Umgang.
S. Hofschlaeger  / pixelio.de

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Dezember 8.

Der Begriff der Killerphrase ist inzwischen schon fast in unseren allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen. Eigentlich ist der Begriff »Killerphrase« allerdings ein Kunstwort, das von dem amerikanischen Autor und Kommunikations-Trainer Charles Hutchison Clark geschaffen wurde. Clark beschäftigte sich mit Techniken des Brainstormings und stellte fest, dass Killerphrasen in kreativen Prozessen sehr hinderlich sein können.

Er wollte verhindern, dass diese Form des Kreativitätsstopps angewandt wurde. In der Mitte des Konferenzraumes ließ er daher eine Glocke anbringen, die immer dann geläutet wurde, wenn jemand eine Killerphrase anbrachte. So dämmte er die Tendenz, Killerphrasen anzubringen, ein.
Wäre das auch etwas für Sie und Ihre Meetings? Wenn Sie keine Glocke haben, können Sie vielleicht eine Variante wählen, die mir eine Seminarteilnehmerin mal beschrieben hat. Ihre Teilnehmer hatten sich vorher auf einen Namen für die Killerphrasen geeinigt, in diesem Fall »Hartmann«. Falls jemand eine Killerphrase während des Workshops sagen sollte, dann dürfe der Teilnehmer, der das bemerkt laut ausrufen »Hartmann bleibt draußen!«. Da sich alle einig waren, hat das dann sehr gut geklappt und der Ausruf selbst wurde in drei Stunden Workshop nur ein einziges Mal benötigt.

 

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Die Klingel gegen die Killerphrase.
Timo Klostermeier  / pixelio.de

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Dezember 5.
Killerphrasen
von Gero Teufert | Allgemeines, Sprüche, Standards | Freitag, 5. Dezember 2014 | Keine Kommentare »

Kennen Sie Killerphrasen? Killerphrasen sind quasi der Kurzschlag in der Manipulation und Argumentation. Eine Killerphrase ist ein Scheinargument, das Ihr Gegenüber einbringt, um Sie möglichst schnell mundtot zu bekommen und Ihr Anliegen abzuweisen. Wir reden auch von Totschlagargumenten. Mit der Killerphrase wird meist der Anschein erweckt, Ihr Argument oder Ihr Vorschlag sei komplett nutz- oder wertlos. Ihre Gesprächspartner werden sich dann einer Killerphrase bedienen, wenn Sie keine sachlichen Argumente gegen Ihren Vorschlag vorbringen können, manchmal auch, weil sie sich nicht die Mühe machen wollen, mit Ihnen zu diskutieren.

Lassen Sie sich von Killerphrasen nicht einschüchtern. Sie zeigen nur, dass Ihr Gesprächspartner nicht sachlich mit Ihnen diskutieren will, aber nicht, dass Ihr Argument an sich schlecht ist.

Killerphrasen liefern keine wirklichen Argumente, sondern sie bewegen sich auf Allgemeinplätzen. Dadurch können Sie der Killerphrase direkt meist wenig entgegen setzen. Das klingt zum Beispiel so:

»Da könnte ja jeder kommen.«
»Das ist doch sinnlos.«
»Das haben wir noch nie so gemacht.«
»Unser Vorgehen ist alternativlos.«
»Damit brauchen Sie gar nicht erst anfangen, Herr X wird das niemals dulden.«
»Bei uns geht das nicht.«
»Was glauben Sie, wer Sie sind?«
»So etwas machen wir hier nicht.«

All diese »Argumente« stellen die Diskussion zum angesprochenen Thema grundsätzlich in Frage. Der Manipulationsversuch ist darauf ausgerichtet, die weitere Diskussion zu unterbinden. Sie können nicht weiter vorgehen, wenn Sie nicht grundsätzlich den Inhalt des Totschlagarguments in Frage stellen oder widerlegen.

Killerphrasen wirken auch deshalb sehr entwaffnend, weil Sie meist aus einer Position der hierarchischen Überlegenheit vorgebracht werden. Nach dem Motto »Über sticht Unter« wird erst einmal ausgeräumt, was den regulären Vorgang zu stören scheint. Das kann auch derjenige sein, der längere Zeit als Sie im Verein, der Firma tätig ist oder mehr Erfahrungen im angesprochenen Bereich besitzt.

Häufig fühlen wir uns dann verunsichert, weil wir dem anderen per se zunächst einmal eine Kompetenz zuschreiben. Durch die Killerphrase wird die eigene Idee herabgesetzt und sie führt sehr häufig dazu, dass wir unser Argument, unseren Vorschlag oder unsere innovative Idee gar nicht weiter verfolgen. Viele Entwicklungsmöglichkeiten werden so im Keim erstickt.

Wird ein Totschlagargument in einer Diskussion in einer Gruppe gegen Sie angebracht, dann sollten Sie besonders wachsam sein. Denn hier versucht jemand, Sie bewusst in Ihrer Kompetenz in Frage zu stellen. Es wird vor den anderen Zuhörern der Eindruck erweckt, dass Sie nur deshalb ein so untragbares Argument vorbringen, weil Sie – ganz allgemein – noch nicht verstanden haben, wie der »Hase so läuft«. Damit werden Sie vor den anderen deklassiert und Ihr Status herabgesetzt – sofern Sie keine Maßnahmen gegen die Killerphrase ergreifen.
Es lohnt sich also, die Dinge in die Hand zu nehmen und eine Gegenstrategie zu entwickeln. Finden Sie nicht auch?

Wie das funktioniert erfahren Sie beim nächsten Mal.

 

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Die einfachste Killerphrase.

Tim Reckmann  / pixelio.de

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