Schlagfertigkeit Blog - Schlagfertigkeit, Rhetorik und Kommunikation
Diesen Feed abonnieren  
November 27.
Teil 2 der Übung zum Subtext: 
von Gero Teufert | Allgemeines, Tipps und Tricks | Donnerstag, 27. November 2014 | Keine Kommentare »

3. Schritt: Extrem positive Deutung
Für diesen Schritt müssen Sie umdenken. Bisher haben Sie wahrscheinlich nur die negativen Aspekte wahrgenommen. Jetzt geht es darum, den Satz mit der rosaroten Brille zu betrachten und herauszufinden, wie er zu deuten wäre, wenn er nur positiv gemeint wäre. Für unser Beispiel könnte das diese Deutung sein:

»Sie sind der außergewöhnlichste Mensch, den ich bisher getroffen habe. Ihre Ideen sind genial und wagemutig. Ich wünschte mir, ich hätte auch so einen Einfallsreichtum wie Sie!«

4. Schritt: Ihre Emotionen
Was haben Sie gefühlt, als sie diese Bemerkung gehört haben? Was ging dabei in Ihnen vor? Wie ging es Ihnen dabei. Schreiben Sie auch das auf. Hier zum Beispiel:

»Ich habe mich unsicher und nicht für voll genommen gefühlt.«

5. Schritt: Ihre neue Deutung
Jetzt, nachdem Sie die Äußerung aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet haben, ergibt sich sehr häufig eine etwas abgeklärtere Sichtweise auf die Situation. Bedenken Sie dabei auch, dass extreme Äußerungen auch ein Zeichen von Unsicherheit, Stress, Angst oder unerfüllten Wünschen Ihres Gesprächspartners sein können. Schreiben Sie Ihre persönliche Interpretation des Satzes auf, wie Sie ihn jetzt verstehen. Hier beispielsweise:

»Sie haben ja schon wagemutige Ideen, ich muss zugeben, das beängstigt mich etwas. Ich würde Sie lieber unter Kontrolle halten.«

Diese Betrachtung in fünf Schritten verschafft Ihnen schnell Erkenntnisse über die verschiedenen Sichtweisen, die man in die Äußerung legen kann. Häufig erkennen Sie die Beweggründe Ihres Gegenübers besser und können so Ihren persönlichen Eindruck und die daraus hervorgerufene Interpretation korrigieren. So bekommen Sie eine bessere Einsicht in das Geschehen.

Ich wünsche Ihnen viele hilfreiche Erkenntnisse.

 

415953_web_R_K_B_by_Uli Carthäuser_pixelio.de
Sie haben jetzt richtig gedeutet?
Uli Kartäuser / www.pixelio.de

Hier kommt ein Hinweis mit schlagfertigem Nutzen für Sie:

Spannender Präsentieren! Rhetorik als Infotainment

Möchten Sie so reden, dass Ihnen die Zuhörer an den Lippen kleben? In diesem Seminar lernen Sie jedes noch so trockene Thema so zu verpacken, dass das Publikum mit offenem Mund zuhört. Top-Redner benutzen heute rhetorische Techniken, die sie von den allgegenwärtigen Präsentationen abheben. Im Medienzeitalter braucht es Faszination in Reden und Präsentationen.

Weitere Infos und Anmeldung ...

Gero Teufert, Rhetorik-Trainer

 

November 24.
Übung zum Subtext: 
von Gero Teufert | Allgemeines, Tipps und Tricks | Montag, 24. November 2014 | Keine Kommentare »

Diese Übung können Sie machen, wenn Sie eine Äußerung eines Mitmenschen verunsichert hat oder Sie sehr emotional darauf reagiert haben. Sie dient dazu, die verschiedenen Subtexte zu erkennen, die in einer Äußerung stecken können und kann Ihnen auch neue Erkenntnisse zu den Absichten Ihres Gegenübers geben.
Schreiben Sie einen Satz auf, der Sie in letzter Zeit verunsichert hat. Nehmen wir mal an, es wäre zum Beispiel »Sie sind ja verrückt!«. Eine unangenehme Äußerung, die zu Verunsicherung oder gar Wut führen kann.

Um neue Erkenntnisse zu gewinnen, schlüsseln Sie den Satz über die verschiedenen Interpretationsmöglichkeiten auf. Es ist dabei wichtig, dass Sie sich dafür einen kleinen Augenblick Zeit nehmen und Ihre Erkenntnisse zu den einzelnen Schritten aufschreiben:

1. Schritt: Extrem negative Deutung
Die negative Deutung des Gesagten wird Ihnen wahrscheinlich ohnehin naheliegen, denn sonst würden Sie sich gar nicht so intensiv mit dem Gesagten beschäftigen. Schreiben Sie diese negative Deutung auf. In unserem Beispiel könnte das so aussehen:

»Sie gehören in eine Irrenanstalt, ich habe Angst vor Ihnen und glaube, dass Sie gleich etwas schrecklich Irrationales tun könnten!«

2. Schritt: Sachliche Deutung
In jedem Satz, sei er auch noch so beleidigend, steckt eine neutrale Sachaussage. Gerade wenn wir emotional sehr belastet sind, tritt die reine Sachaussage in den Hintergrund. Versuchen Sie in diesem Schritt bitte die Sachaussage zu identifizieren. Bringen Sie dabei keine Wertung (ob positiv oder negativ) hinein. In unserem Beispiel könnte das die folgende Aussage sein:

»Ihre Handlungsweise ist für mich nicht nachvollziehbar.«

Den Schritten drei bis fünf widmen wir uns beim nächsten Mal.

 

477163_web_R_B_by_Martin Müller_pixelio.de

Es ist nicht immer so schlimm, wie Sie denken.

Martin Müller / www.pixelio.de

 

Hier kommt ein Hinweis mit schlagfertigem Nutzen für Sie:

Werden Sie schlagfertig und erfolgreicher

Das Premium-Seminar für alle, die im Beruf auch in Stress-Situationen erfolgreich und elegant reagieren wollen. Lernen Sie konkrete Techniken, die Ihnen Sicherheit geben und Sie souverän wirken lassen, auch wenn Ihr Gegenüber unter die Gürtellinie zielt.

Weitere Infos und Anmeldung ...

Gero Teufert, Rhetorik-Trainer

 

November 21.

Der Subtext beschreibt in der Sprachwissenschaft und im Theater eine zusätzliche Bedeutungsebene, die in einer Aussage (oder Darstellung) mitschwingt, ohne dass diese explizit angesprochen wird. Bei einem Text, der in einem Skript steht und der auf der Bühne gesprochen wird, schwingen viele Einflussfaktoren mit, die nicht direkt zur Sprache kommen. Gefühle, innere Bilder, Erfahrungen, Erwartungen, Wertesysteme – all das hat einen Einfluss darauf, wie ein Satz gemeint sein kann und was in einer bestimmten Handlung mitschwingt. Ein Schauspieler wird diese Zwischentöne oder das Mitgemeinte durch Körpersprache, Gestik, Mimik aber auch durch die Betonung zum Ausdruck bringen. Auch die Gestaltung des Bühnenbilds hat einen Einfluss auf die Stimmung, die ein Zuschauer empfindet.

Regisseure und Schauspieler interpretieren den Text eines Autors und schaffen damit einen Subtext, der unter Umständen von anderen Schauspielern und Regisseuren ganz anders interpretiert werden kann.

Im wahren Leben sind wir unsere eigenen Regisseure. Wir interpretieren ständig Handlungen und Aussagen unserer Mitmenschen und schaffen uns dadurch eigene Subtexte. Dadurch entsteht eine subjektive Wirklichkeit unserer eigenen Interpretation. Ob diese Interpretationen allerdings wirklich mit der Absicht der anderen Menschen übereinstimmen, können wir niemals sicher wissen. Daher ist es gut, sich hin und wieder daran zu erinnern, dass es auch noch weitere Deutungsmöglichkeiten gibt.

Wenn Sie eine Aussage eines Gesprächspartners als verletzend empfinden, ist dies nur eine mögliche Interpretation von vielen. Seien Sie sich dessen bewusst, dass Ihr Gegenüber es auch anders gemeint haben könnte, als Sie die Aussage gerade aufnehmen und interpretieren. Wenn die Situation es zulässt, fragen Sie nach, wie die Aussage gemeint ist. Sie gewinnen mehr Sicherheit. Häufig fällt die Antwort viel milder aus als Sie es erwarten.

690425_web_R_B_by_Tim Reckmann_pixelio.de

Seien Sie Ihr eigener Regisseur.
Tim Reckmann / www.pixelio.de

 

Hier kommt ein Hinweis mit schlagfertigem Nutzen für Sie:

Spannender Präsentieren! Rhetorik als Infotainment

Möchten Sie so reden, dass Ihnen die Zuhörer an den Lippen kleben? In diesem Seminar lernen Sie jedes noch so trockene Thema so zu verpacken, dass das Publikum mit offenem Mund zuhört. Top-Redner benutzen heute rhetorische Techniken, die sie von den allgegenwärtigen Präsentationen abheben. Im Medienzeitalter braucht es Faszination in Reden und Präsentationen.

Weitere Infos und Anmeldung ...

Gero Teufert, Rhetorik-Trainer

 

November 18.
Der Subtext einer Aussage – Teil 2
von Gero Teufert | Allgemeines, Kommunikation | Dienstag, 18. November 2014 | Keine Kommentare »

Ein Satz wie: »Das hast Du aber toll gemacht!« kann ein echtes Lob sein oder auch die ironische Verkapselung von »Du bist ein Idiot!« darstellen. Erst der Zusammenhang, in dem wir uns befinden, ermöglicht uns die richtigen Schlüsse zu ziehen. Ist das nicht ein sehr spannendes Phänomen? Die gleiche Botschaft kann also nicht nur zwei unterschiedliche, sondern sogar zwei völlig gegensätzlich Bedeutungen haben. Es ist dabei nicht die Äußerung an sich, welche den Unterschied bestimmt, sondern der Empfänger definiert sie für sich durch seine Interpretation.

Manchmal interpretieren wir daher die Aussage eines Gesprächspartners so, dass wir sie verletzend empfinden. Nehmen wir mal an, Sie stehen mit einem Freund gemeinsam am Buffet und Sie haben sich gerade ein lecker aussehendes Stück Torte auf den Teller gelegt. Ihr Freund sagt: »Willst Du dieses Stück Torte essen?«.
Wenn Sie sich jetzt beleidigt fühlen, dann haben Sie die Frage wahrscheinlich als Kritik an Ihrem Körpergewicht interpretiert. Dabei gäbe es noch eine Reihe weiterer Interpretationen der Frage.
Mögliche Aussagen, die in »Willst Du dieses Stück Torte essen?« stecken:

»Mich interessiert, ob dieses Tortenstück für Dich ist.«
»Ich möchte Dich warnen, ich vermute die enthält Nüsse, auf die Du allergisch reagierst.«
»Ich sorge mich um Dich und möchte Dich an Deine Diät erinnern.«
»Dieses Stück hätte ich lieber für mich.«
»Ich freue mich, dass wir beide so gern Torte essen.«
»Du bist zu dick.«

Sie sehen, die Aussage »Du bist zu dick.« ist nur eine von vielen möglichen Interpretationen. Tatsächlich wissen wir niemals sicher, wie ein Gesprächspartner eine Aussage gemeint hat, wir vermuten es nur. Dabei spielt unsere persönliche Erfahrung, unser Wertesystem und unsere Erwartungshaltung zu unserem Gesprächspartner eine Rolle. Im künstlerischen Bereich sprechen wir gern vom Subtext.

 

697042_web_R_K_B_by_loewyne_pixelio.de

„Willst Du das Stück Torte essen?“

loewyne / www.pixelio.de

Hier kommt ein Hinweis mit schlagfertigem Nutzen für Sie:

Werden Sie schlagfertig und erfolgreicher

Das Premium-Seminar für alle, die im Beruf auch in Stress-Situationen erfolgreich und elegant reagieren wollen. Lernen Sie konkrete Techniken, die Ihnen Sicherheit geben und Sie souverän wirken lassen, auch wenn Ihr Gegenüber unter die Gürtellinie zielt.

Weitere Infos und Anmeldung ...

Gero Teufert, Rhetorik-Trainer

 

November 13.
Der Subtext einer Aussage
von Gero Teufert | Allgemeines, Kommunikation, Sprüche | Donnerstag, 13. November 2014 | Keine Kommentare »

»Warum weinst Du, ist jemand gestorben?«
»Wegen der Zwiebeln!«
»Also Ihr Veganer übertreibt es wirklich.«

Die menschliche Sprache hat viele Facetten. Eine Aussage kann wie im Beispiel »Wegen der Zwiebeln!« viele Bedeutungen haben und daher auf verschiedene Art und Weise interpretiert werden. Ist unser Gesprächspartner in einem anderen gedanklichen Kontext als wir, dann kann es zu Missverständnissen kommen. Die verbale Sprache allein kann einen wahren Sachverhalt nur unvollständig wiedergeben. Daher interpretieren wir automatisch und ergänzen so unbewusst die Aussage mit angenommenen Informationen.

Er: »Schatz wollen wir beide dieses Wochenende mal etwas Schönes unternehmen?«
Sie: »Ja, klar, warum nicht?«
Er: »OK. Super. Dann sehen wir uns am Montag wieder.«

Zu der reinen Sachaussage unseres Gesprächspartners gesellt sich unsere Interpretation des Gesagten. Dabei ist unser Verstand sehr clever und interpretiert die Aussage in dem semantischen Zusammenhang, in dem wir uns mit dem Gesprächspartner gerade befinden. Diese »Interpretationsintelligenz« hilft uns meistens dabei, das Gesagte richtig einzuschätzen. Wäre sich die Frau im letzten Beispiel der vielen Interpretationsmöglichkeiten bewusst gewesen, hätte Sie ihn erst befragen müssen: »Meinst Du damit, dass wir gemeinsam etwas unternehmen oder einzeln?« Befindet sich zwischen der Interpretation und der wahren Aussage eine Lücke, dann kommt es zu Missverständnissen. Diese können, insbesondere für Außenstehende, sehr lustig sein.

»Männer können einfach nicht richtig zuhören.«
»Sind wir gar nicht!«

Noch mehr Beispiele gefällig? Dann schauen Sie doch in ein paar Tagen nochmal auf dieser Seite vorbei.

 

648919_web_R_by_La-Liana_pixelio.de

Ja, was denn nun?

La-Liana / www.pixelio.de

Hier kommt ein Hinweis mit schlagfertigem Nutzen für Sie:

So argumentieren Sie clever unter Stress und bleiben souverän

In diesem Premium-Seminar lernen Sie im Beruf wie privat auch in Stress-Situationen erfolgreich und elegant zu reagieren, selbst wenn jemand mal unter die Gürtellinie schlägt. Lernen Sie konkrete Techniken, die Ihnen Sicherheit geben und Sie souverän wirken lassen, auch bei unfairen Vorwürfen.

Weitere Infos und Anmeldung ...

Gero Teufert, Rhetorik-Trainer

 

« Vorherige Beiträge